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Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
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Ein 21-jähriger Raser ist vom Landgericht Stuttgart zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Er war mit über 160 Stundenkilometern durch die Innenstadt gerast und verursachte einen Unfall. Zwei Menschen sind dabei gestorben.

Das Landgericht sprach den 21-Jährigen wegen verbotenen Autorennens mit Todesfolge schuldig. „Dass Sie ein Mörder sind, konnten wir nicht feststellen“, sagte die Richterin. Angeklagt war der junge Mann ursprünglich wegen Mordes.

Unfallort in Stuttgart; Foto: picture alliance/Kohls/SDMG/dpa

Unfallort in Stuttgart

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Das ist passiert

Bei der verhängnisvollen Fahrt im März war der Fahrer mit durchgedrücktem Gaspedal und mit bis zu 168 Stundenkilometern durch die Stuttgarter Rosensteinstraße gerast. Als vor ihm ein Auto abbiegen wollte, wich der Angeklagte aus, verlor die Kontrolle und prallte in einen Kleinwagen am Straßenrand, der in der Ausfahrt des dortigen Kinos wartete. Darin saß ein junges Paar, eine 22-Jährige und ein 25-Jähriger. Sie starben kurze Zeit später.

Jugendstrafe: fünf Jahre Haft für Raser; Foto: picture alliance/Marijan Murat/dpa

Nachrichten Jugendstrafe: fünf Jahre Haft für Raser

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Angeklagte: „Wegen mir sind zwei Menschen gestorben“

Blumen an der Unfallstelle; Foto: picture alliance/Edith Geuppert/dpa

Blumen an der Unfallstelle

picture alliance/Edith Geuppert/dpa

Seine Schuld hatte der angeklagte KfZ-Lehrling während des Prozesses eingeräumt: „Wegen mir sind zwei Menschen gestorben, es gibt nichts zu beschönigen.“ Die Verhandlung verfolgte er meist mit gesenktem Blick und still. Während er befragt wurde, wurde die Öffentlichkeit zu seinem Schutz ausgeschlossen. Seine Freunde aus dem Stuttgarter Nordbahnhofviertel beschrieben den jungen Mann als eher zurückhaltend. Offenbar ist er außerdem sehr auf Autoritätspersonen wie zum Beispiel seinen älteren Bruder fixiert. Klar wurde auch: Der 21-Jährige zeigte sich gern mit schnellen Autos, sowohl auf der Straße als auch in sozialen Netzwerken im Internet. Bereits zwei Mal vor dem Unfall hatte sich der KfZ-Lehrling schon schnelle Autos ausgeliehen.

Rund 100 Zeugen wurden befragt

Zwei Monate lang hat die Jugendkammer des Stuttgarter Landgerichts Details herausgearbeitet. Rund 100 Zeugen wurden gehört: Freunde des Fahrers, Polizisten vom Unfallort, Augenzeugen des Crashs, Mediziner und Sachverständige und auch andere Autofahrer, denen der Sportwagen des 21-Jährigen bereits mehrere Stunden vor dem tödlichen Unfall aufgefallen war.

Mutter: „Ich vermisse ihr Lachen“

Die Eltern der beiden Verstorbenen verfolgten den gesamten Prozess als Nebenkläger mit. Die Mutter der 22-jährigen Verstorbenen sagte vor Gericht über ihre Tochter: "Ich vermisse sie schrecklich. Ich vermisse ihr Lachen und ihr Reden."