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Online-Dating boomt – und damit gibt es auch immer mehr Möglichkeiten, kräftig abzuzocken. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat sich im vergangenen Jahr besonders häufig mit solchen Maschen beschäftigt und warnt deshalb.

Das Geschäft mit der Liebe ist ganz einträglich, besonders für Abzocker und Dating-Portale, die viel Geld von ihren Mitgliedern verlangen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt deshalb davor – und zwar auch vor den Großen in der Branche.

Irgendwie muss die Werbung ja bezahlt werden...

Parship und Elite-Partner zum Beispiel werben überall mit Plakaten und attraktiven Singles in Fernsehspots. Das muss ja alles bezahlt werden – und das Geld kommt von Partnersuchenden. Auf die kommen hohe Kosten zu: Ein halbes Jahr Parship kostet rund 450 Euro. Allerdings: Die Verbraucherzentrale hat herausgefunden, dass es unterschiedliche Preise gibt. Also wer auf dem Land wohnt und über 50 ist, dem kann es passieren, dass er mehr bezahlt als eine 20-Jährige in der Großstadt.

Und diese individuellen Preise sind erlaubt! Das Problem ist, dass die Kunden die Preise auf diesen Dating-Portalen nicht vergleichen können. Vor dem Abschluss eines Vertrages sind die Preislisten nicht einsehbar. Außerdem beklagen die Verbraucherschützer, dass grundsätzlich die Vertragslaufzeiten zu lang sind und auch die Kündigungsfristen. Seriöse und unseriöse Partner-Börsen könne man gar nicht unterscheiden. Das ist das ziemlich vernichtende Urteil der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Auch Probephasen sind sinnlos

Und kostenlose Probephasen? Nützen wohl auch nicht viel. Die Verbraucherschützer haben das getestet. Innerhalb dieser Probe-Phasen sieht man von den anderen Partnersuchenden noch nicht mal die Nasenspitze. Also man erfährt wenige Details und kann auch mit niemanden richtig in Kontakt treten. Und besonders heikel wird es, wenn man einen Vertrag innerhalb der ersten zwei Wochen doch noch kündigen will. Parship fordert dann „Nutzungsersatz“. Das bedeutete für eine Hamburgerin: Eine Rechnung von 360 Euro.

Lieber auf Gratis-Apps setzen

Die Verbraucherschützer in Mainz empfehlen kostenlose Dating-Apps und -Portale. Außerdem halten sie auch klassische Kontaktanzeigen für effektiv. Bei den klassischen Partner-Vermittlungen wären sie vorsichtig. Da kann ein Treffen auch mal 3000 Euro kosten. Parship & Co würden die Verbraucherschützer wirklich nur an kostenlosen Probetagen nutzen, wenn es Vollzugriff gibt.

Und dann haben die Verbraucherschützer auch noch einen heißen Tipp: Man kann sich auch an den Hotlines ein persönliches Angebot machen lassen. Also den Preis aushandeln. Dafür muss man allerdings auch die Preise der anderen Anbieter kennen. Und das ist halt nicht so einfach.