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Da helfen keine UN-Resolutionen: Vergewaltigung wird weiterhin als Waffe in Kriegen eingesetzt – und die Täter bleiben so gut wie immer straflos. Der deutsche Außenminister und die US-Schauspielerin Angelina Jolie wollen versuchen, das zu ändern.

Aktuell gelten die Rohingya in Myanmar als besonders von sexueller Gewalt betroffene Gruppe in einem Konflikt: Niemand kann sagen, wie viele Frauen und Mädchen bei ihrer Vertreibung aus den Unruhegebieten von Sicherheitskräften vergewaltigt wurden. Und Myanmar ist nur eines von vielen Beispielen.

Beispiel Kongo: Mütter, Töchter, Enkelinnen

Jetzt wollen Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und US-Schauspielerin Angelina Jolie gemeinsam gegen sexuellen Missbrauch in Kriegsgebieten kämpfen. In einem gemeinsamen Gastbeitrag für die Washington Post schildern beide erschreckende Beispiele für Schicksale von Frauen in Krisenländern.

Der kongolesische Arzt und Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege, heißt es darin, habe in seiner Klinik im Kongo gleich drei Generationen von brutal vergewaltigten Frauen einer einzigen Familie behandelt: die Mutter, eine Tochter und eine Enkelin im Kleinkindalter.

Jolie und Maas wollen die Ermittlungsmöglichkeiten für diese Straftaten verbessern und die Einhaltung internationaler Normen, etwa von UN-Resolutionen stärken. Außerdem müssten Opfer besser unterstützt werden.

Angelina Jolie in einem Flüchtlingslager für Jeziden im Irak – auch sie wurden Opfer massiver sexueller Gewalt durch den „Islamischen Staat“:

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„Die Straffreiheit hat verheerende Konsequenzen“

Deutschland will seinen gegenwärtigen Vorsitz im UN-Sicherheitsrat nutzen, um eine Resolution zu verabschieden. Darin sollen unter anderem auch Konsequenzen für diejenigen enthalten sein, die sexuelle Gewalt gegen Frauen gutheißen oder fördern. „Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt werden als Kriegs- und Terrortaktik weltweit genutzt“, heißt es in dem Beitrag.

Viel zu oft kämen Täter ungestraft davon. „Diese Straffreiheit hat verheerende Konsequenzen“, schreiben Jolie und Maas. „Wir haben beide Überlebende in Ländern wie Irak, Bosnien und Sierra Leone getroffen, die uns eindringlich gebeten haben, den Mangel an strafrechtlicher Verfolgung zu beseitigen, der dazu führt, dass sexuelle Gewalt weiter bestehen kann.“

Angelina Jolie (43) kämpft seit Jahren gegen sexuelle Gewalt in Krisengebieten und arbeitete dazu auch mit dem früheren britischen Außenminister William Hague zusammen. Für die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR ist sie seit vielen Jahren tätig und wurde 2012 zur Sonderbotschafterin ernannt.