Autor
Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Besonders auf dem Land gibt es in Deutschland noch immer viele Funklöcher. Um das zu ändern, hatten Politik und Konzerne schon vor einem Jahr einen zusätzlichen Ausbau vereinbart. Jetzt gibt es feste Zusagen. Die Frage ist nur: Was ändert sich für die Nutzer?

Im Netzausbau soll etwas passieren: Die Bundesregierung hat dazu mit den Mobilfunkbetreibern Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch Verträge geschlossen. Darin steht: Das Netz soll weiter ausgebaut und damit ärgerliche Funklöcher zumindest verringert werden.

Das steht in den Verträgen

Dass diese Verträge geschlossen werden, kommt dabei nicht aus heiterem Himmel: Schon vor rund einem Jahr hatten sich sowohl die Betreiber als auch der Bund darauf verständigt, bis Ende 2021 99 Prozent der Haushalte deutschlandweit mit schnellerem LTE-Netz – also 4G – zu versorgen. Passieren soll das, indem mehr als 1.400 neue Mobilfunkmasten aufgestellt werden. Das hat Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gesagt.

Was kann 5G – und wer profitiert?

Im Gegenzug ermöglicht der Bund den Netzbetreibern laut Ministerium, ihre Zahlungspflichten aus der 5G-Frequenzauktion 2019 mit jährlichen Raten über einen Zeitraum bis 2030 zu strecken. Wir erinnern uns: Im Juni waren 5G-Frequenzblöcke versteigert worden – und zwar an die vier Provider Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch. Sie zahlten insgesamt 6,55 Milliarden Euro.

Viele Nutzer dürften profitieren ...

Die Verträge sollen gewährleisten, dass die Netzversorgung gerade im ländlichen Räumen verbessert wird – also genau da, wo momentan noch besonders viele Funklöcher sind.

Außerdem wollen die Mobilfunkanbieter laut der Verträge in Zukunft stärker zusammenarbeiten – und ihre jeweiligen Funkmasten untereinander mitbenutzen. Für Mobilfunknutzer bedeutet das, dass das Netz in einer bestimmten Region dann nicht mehr so stark davon abhängig ist, bei welchem Mobilfunkanbieter man seinen Vertrag hat.

... aber eben nicht alle

Aber es gibt auch einen Haken: Die Ausbauziele, die in den Verträgen festgehalten wurden, beziehen sich auf die Zahl der Haushalte – und nicht auf die Fläche. Das heißt: Leute, die in Städten wohnen, werden vermutlich schneller von der Maßnahme profitieren, weil sie dort für die Mobilfunkanbieter einfacher umzusetzen ist. Die Funklöcher in eher dünn besiedelten Regionen werden damit wohl nicht komplett verschwinden.

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