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Die Mainzer „Brücke ins Nichts“ sorgte lange für Spott, da sie nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden konnte. Jetzt – vier Jahre später als geplant – fahren auch Busse darüber.

Die Stadt Mainz hatte die Brücke über die Koblenzer Straße gebaut, um die Johannes Gutenberg-Universität besser mit ihren neuen Gebäuden zu verbinden. Allerdings hatte die Stadt in der sechsjährigen Planungszeit vergessen, rechtzeitig von privaten Eigentümern die Grundstücke zur Straßenanbindung zu kaufen.

Scharfe Kritik

Das fiel im Jahr 2015 auf, als schon die ersten Bagger für die Bustrasse rollten. Der damalige zuständige Mainzer Liegenschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP) wurde dafür scharf kritisiert. Die Bauarbeiten mussten eingestellt, teilweise rückgängig gemacht werden. Weitere vier Jahre lang passierte nichts, da die Stadt die Grundstücksfragen klären musste.

Solange führte die Bus-Brücke daher sozusagen „ins Nichts“ und konnte nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Die Stadt und die Eigentümer der Grundstücke konnten sich schließlich einigen und die Straßenanbindung mit der Bushaltestelle konnte fertig gebaut werden. Nun fährt laut der Mainzer Mobilität die Buslinie 76 über die Brücke und schließt mehrere Institute der Uni besser an. Während der Vorlesungszeit kommt eine zweite Linie dazu.

Steuerzahlerbund: Fall von Steuerverschwendung

Durch die jahrelange Verzögerung entstanden der Stadt Mehrkosten von 360.000 Euro. Dies hatte der Steuerzahlerbund kritisiert und das Bau-Projekt in sein Schwarzbuch aufgenommen. Insgesamt hat der Bau der Brücke fast 3,5 Millionen Euro gekostet.




Autor
SWR3, swr.de