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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Deutschlands erster Patient, der sich das Coronavirus eingefangen hatte, ist wieder gesund – und wie die meisten hat er Glück gehabt: Bei ihm nahm die Krankheit einen leichten Verlauf.

Es sei „natürlich erst mal ein Schock“ gewesen, sagt der Mitarbeiter der bayerischen Firma Webasto im Interview mit dem ARD-Sender Bayern 1. Er war der Erste in Deutschland, der sich mit dem Coronavirus angesteckt hatte.

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„Am Freitag ging es dann los“

Montags nämlich hatte er ein Meeting mit einer chinesischen Mitarbeitern gehabt, bei der das Virus kurz darauf nachgewiesen wurde. Beim Meeting habe sie noch vollkommen gesund gewirkt, sagt der Mann, dessen Name nicht genannt werden soll. Zusammen mit zwei anderen hatte man eine Stunde in einem kleinen Raum gesessen.

„Am Freitag ging es dann los“, sagt er. „Ich hatte Halskratzen, habe mir aber gedacht, dass das zu dieser Jahreszeit ganz normal ist, dass man einen ein bisschen kratzenden Hals bekommt. Zum Abend hin kam dann noch ein Husten dazu. In der Nacht hatte ich dann tatsächlich Fieber bekommen.“ 39 Grad, Schüttelfrost und Gliederschmerzen habe er gehabt – wie bei einer herkömmlichen Grippe.

Frühstück, Abstriche, Arbeit, Serien schauen

Zwei Tage bekämpfte er die Symptome mit Paracetamol. Montags habe er sich schon wieder fit genug gefühlt, um arbeiten zu gehen. Dann erfuhr er, dass bei der Kollegin das Coronavirus nachgewiesen worden war und wurde kurz darauf selbst positiv getestet und kam in Quarantäne.

Von dort berichtet er, was vermutlich viele erwartet hätten: „Es war ein sehr, sehr langweiliger Alltag.“ Fiebermessen (er hatte nach dem ersten Wochenende nie mehr welches), Abstriche machen, Frühstück, Arbeit vom Laptop aus – dann Mittagessen. Dann Serien schauen, Abendessen, schlafen. Direkten Kontakt hatte er nur zu den Kollegen, die ebenfalls in Quarantäne waren.

„Ruhig bleiben“

Irgendwann – er findet, es hat viel zu lange gedauert – durfte der Patient Nummer 1 dann nach Hause. Er arbeitet aber noch nicht in der Firmenzentrale und wird auch noch regelmäßig getestet.

Insgesamt sagt er über seine Zeit mit dem Coronavirus: „Mir geht es gesundheitlich super, bin wirklich in Topform. Mir ging es eigentlich auch nie schlecht.“ Anderen Betroffenen rät er: „Ruhig bleiben. Es ist natürlich ein neuer Virus, das ist bekannt. Es ist aber nicht so schlimm wie die Grippe.“

In diesem Punkt sind sich die Experten noch alles andere als sicher. Bei den meisten heißt es, verlaufe die Krankheit aber ähnlich, wie bei Patient Nummer 1.


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