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Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Eine australische Fluggesellschaft hat einen neuen Rekord aufgestellt. Ein Testflug mit Passagieren war fast einen ganzen Tag in der Luft. Damit das klappt, musste die Airline etwas tricksen.

19 Stunden und genau 16 Minuten war die Maschine vom Typ Boeing 787-9 in der Luft. Sie startete in New York und landete im mehr als 16.000 Kilometer entfernten Sydney in Australien.

Der Chef der Fluggesellschaft Qantas, Alan Joyce, sprach danach von einem „wirklich historischen Moment“ für die Airline und die gesamte Luftfahrt. Ob es künftig regulär Flüge auf solchen Ultralangstrecken geben wird, ist noch unklar. Qantas plane zunächst zwei weitere Testflüge noch in diesem Jahr. Einer davon soll von London nach Sydney gehen.

Reaktionstests an Piloten

Wie beim Premierenflug will die Airline untersuchen lassen, was so eine lange Zeit im Flugzeug mit Passagieren und der Crew macht. Zwei australische Universitäten sind an dem Projekt beteiligt. Insgesamt waren jetzt vier Piloten an Bord, die sich gegenseitig abwechselten. Um herauszufinden, wie müde sie dabei wurden, haben Wissenschaftler ihre Gehirnströme gemessen und ihr Reaktionsvermögen getestet.

Bei den Passagieren standen die Auswirkungen des Jetlags im Vordergrund. Um sie auf die Zeitverschiebung vorzubereiten, wurden sie so lange wach gehalten, bis auch im Osten Australiens die Nacht hereinbrach. Um das zu erreichen, stellte die Crew das Licht besonders hell ein. Dazu gab es Bewegungsübungen, viel Kaffee und scharfes Essen.

Das Versprechen: 19 Stunden Flug und trotzdem kein Jetlag

Später wurde kohlenhydratreiches Essen serviert und anschließend das Licht gedimmt. Die Passagiere wurde aufgefordert, keine Bildschirme mehr zu benutzen. Professorin Marie Carroll leitete den Test und versprach den Fluggästen einen „absolut minimalen“ Jetlag. Nach der Landung in Sydney würden sie einen ganz normalen Tag haben und abends normal schlafen können.

Darum musste unterwegs nicht getankt werden

Damit die Maschine so lang ohne weitere Tankfüllung in der Luft bleiben konnte, musste sich die Airline etwas einfallen lassen, um Gewicht zu sparen. Deswegen war die Anzahl der Passagiere inklusive Crew auf 49 begrenzt. Auch beim Gepäck gab es Einschränkungen.