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Kerstin Welter
Kerstin Welter; Foto: Kerstin Welter
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Jetzt ist es amtlich: Die Konservativen haben die Parlamentswahl in Großbritannien deutlich gewonnen – für Premierminister Boris Johnson ist damit der Brexit Ende Januar machbar. Im Netz wird der Wahlausgang auch mit Humor verarbeitet.

Jubel im Lager der Konservativen – Nach Auszählung aller 650 Wahlkreise bestätigte sich am Freitagnachmittag, was bereits erste Prognosen in der Nacht voraussahen. Die konservativen Tories haben die absolute Mehrheit erzielt. Sie konnten 365 Wahlkreise für sich gewinnen. Das sind 48 mehr als bisher.

Labour verlor demnach 59 Sitze und kam insgesamt auf 203. Die schottische SNP gewann 13 Sitze und hat jetzt 48. Die Liberaldemokraten haben 11 Sitze und damit einen weniger als bisher.

Ein Wahlsieg mit historischer Bedeutung

Den letzten Sieg dieser Größenordnung konnten die Tories in den 80er Jahren unter Premierministerin Margaret Thatcher feiern. Boris Johnson dankte noch während der Auszählung auf Twitter freudestrahlend seinen Wählern für die Unterstützung und schrieb: „Wir leben in der besten Demokratie der Welt.“

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Nach monatelangem politischen Drama hat ihm die britische Demokratie jetzt den Ball zugespielt. Johnson dürfte damit alle Mittel und Möglichkeiten haben, das zu liefern, was er versprochen hat: den Brexit.

Deal zum Brexit soll jetzt schnell ins Parlament

Bild von Großbritanniens Premierminister Boris Johnson ; Foto: REUTERS/Toby Melville

Boris Johnson am Morgen nach der Wahl vor seinem Amtssitz in der Downing Street 10.

REUTERS/Toby Melville

Vor dreieinhalb Jahren stimmte eine knappe Mehrheit der Briten für den Austritt aus der EU. Jetzt ist es wahrscheinlich, dass das Vereinigte Königreich die EU am 31. Januar verlassen wird – möglicherweise aber auch schon früher.

Die starke Mehrheit seiner Partei ermöglicht es Johnson nämlich, sein mit der EU ausgehandeltes Ausstiegsabkommen zügig – also noch vor Weihnachten – vom Unterhaus verabschieden zu lassen.

Verhandlungen für ein Handelsabkommen mit der EU

Sobald dann der offizielle Austritt verkündet ist, beginnen die Verhandlungen über ein neues Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU. Der Brexit-Deal sieht dafür eine Übergangsperiode bis Ende 2020 vor. Diese Übergangszeit könnte noch um bis zu zwei Jahre verlängert werden, aber Johnson hat das bisher ausgeschlossen.

Sollte kein Anschlussabkommen zustande kommen, droht Ende kommenden Jahres wieder der No-Deal-Fall.

Labour-Chef Corbyn kündigt Rückzug an

Die Stärke der Konservativen bei der Parlamentswahl ist auf die Schwäche der oppositionellen Sozialdemokraten zurückzuführen. Die Labour-Partei stürzt in den Ergebnissen dramatisch ab und verliert wohl mehr als 60 Sitze. Das ist das schlechteste Ergebnis der Partei seit 1935.

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Labour-Chef Jeremy Corbyn kündigte deswegen noch in der Nacht an, seine Partei in keinen weiteren Parlamentswahlkampf mehr zu führen. Den Parteivorsitz abgeben will er aber erst mal nicht. Politische Beobachter rechnen aber damit, dass er das doch noch tun wird.

Schottland könnte neues Unabhängigkeitsreferendum fordern

In Schottland haben die Konservativen schlecht abgeschnitten, dort räumte die Schottische Nationalpartei ab: Die sozialdemokratisch und proeuropäische ausgerichtete SNP gewann mehr als 50 der 59 schottischen Parlamentssitze.

Das starke Abschneiden der SNP befeuerte Spekulationen über ein möglicherweise bevorstehendes neues Unabhängigkeitsreferendum. Parteichefin Nicola Sturgeon kündigte an, für ein zweites Unabhängigkeitsreferendum kämpfen zu wollen. „Boris Johnson hat erstens kein Recht, Schottland aus der EU zu nehmen und zweitens kein Recht zu verhindern, dass das schottische Volk über seine eigene Zukunft bestimmt“, sagte die Regierungschefin am frühen Freitagmorgen in der BBC.

Gratulationen aus aller Welt für Boris Johnson

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte Johnson zu seinem „klaren Wahlsieg“. Einen entsprechenden Tweet veröffentlichte ihr Sprecher Steffen Seibert:

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US-Präsident Donald Trump deutete noch in der Nacht einen „massiven neuen Handelsdeal“ zwischen den USA und Großbritannien an.

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Die russische Regierung hofft auf bessere Beziehungen zu Großbritannien. Das sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag im Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. Er gehe davon aus, dass die gewählten politischen Kräfte sich darauf konzentrieren, „gute Beziehungen zu unserem Land aufzubauen“.

So reagiert das Netz

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