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Brasilien erlebt die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Der Präsident will das Militär zum Löschen in die Feuergebiete schicken. Damit scheint er dem Druck der weltweiten Kritik nachzugeben.

Die Soldaten sollen mit „angemessener Ausrüstung“ eingesetzt werden, um die Brände im Regenwald zu löschen, sagte Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro am Freitag im Fernsehen. Die Regierung sei sich der Gefahr sehr wohl bewusst.

Bolsonaro macht Trockenheit für hohe Zahl an Feuern verantwortlich

Bolsonaro sagte, es werde genauso gegen „Umwelt-Kriminalität“ vorgegangen wie gegen andere Kriminalität. Er machte das ungewöhnlich trockene Wetter für die vielen Waldbrände verantwortlich. „Falschinformationen“ zur Lage Brasiliens zu verbreiten, trage nicht dazu bei, die Situation zu verbessern.

Die schweren Waldbrände im Amazonas-Gebiet sorgen schon seit Donnerstag für internationale Spannungen. Der ultrarechte Bolsonaro warf dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron eine „kolonialistische Mentalität“ vor, weil dieser die Feuer zum Thema des G7-Gipfels im französischen Biarritz machen will.

Der Kolonialismus-Vorwurf

Bolsonaro fuhr scharfe Attacken gegen Macron. Dass Frankreichs Staatschef beim G7-Gipfel in Abwesenheit der Länder der Amazonas-Region über die Waldbrände sprechen wolle, zeuge von einer „kolonialistischen Mentalität“, die im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr habe.

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Der rechtsextreme Präsident beschuldigte Macron zudem, eine innere Angelegenheit Brasiliens und anderer Staaten im Amazonasgebiet instrumentalisieren zu wollen, um „persönlichen politischen Profit“ daraus zu schlagen. Macrons sensationsgieriger Ton trage nicht zur Lösung des Problems bei, schrieb Bolsonaro.

Der französische Präsident hatte die schweren Waldbrände im Amazonasgebiet als „internationale Krise“ bezeichnet. Die „Lunge unseres Planeten“ stehe in Brand, schrieb Macron auf Twitter. Er werde mit den anderen G7-Mitgliedern beim Gipfel in Biarritz am Wochenende über diesen Notfall sprechen.

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Allerdings veröffentlichte Macron dazu ein Foto eines brennenden Waldes, das nicht die derzeitigen Feuer zeigt: Es wurde von einem bereits 2003 verstorbenen Fotografen aufgenommen.

Staatsanwälte ermitteln am Amazonas

Auch die Vereinten Nationen (UNO) haben sich geäußert. „Der Erhalt des Waldes ist für unseren Kampf gegen den Klimawandel von entscheidender Bedeutung“, sagte der Sprecher von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres.

Menschen aus Forschung und Umweltschutz sehen einen Zusammenhang zwischen den massenhaften Rodungen am Amazonas und den Bränden. Die brasilianische Justiz hat erste Ermittlungen eingeleitet. In dem Bundesstaat Para solle geprüft werden, warum der von Bauern angekündigte „Tag des Feuers“ nicht verhindert worden war.

Diesen Tag gab es Medienberichten zufolge vor einer Woche im Südwesten des Bundesstaates. Farmerinnen und Farmer hatten in einer gemeinsamen Aktion große Flächen entlang einer Landstraße in Brand gesteckt, um Platz für neue Weideflächen zu schaffen.

Bolsonaro beschuldigt Umweltschutzgruppen

Der brennende Regenwald hat weltweit Sorgen ausgelöst. Auch die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ hat zu Demonstrationen vor brasilianischen Botschaften und Konsulaten unter dem Motto „SOS Amazonas“ aufgerufen. Erste Proteste gab es bereits.

Laut dem brasilianischen Weltraumforschungsinstitut INPE brachen in ganz Brasilien binnen 48 Stunden fast 2.500 neue Brände aus. Demnach gab es seit Jahresbeginn bereits mehr als 75.000 Waldbrände – ein Zuwachs von rund 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hauptgrund ist die Waldrodung. Der Klimaskeptiker Bolsonaro hat dagegen wiederholt Umweltschutzgruppen für die Waldbrände verantwortlich gemacht.

Beten für den Amazonas?

Zahlreiche User posten unter dem Hashtag #PrayForAmazon Fotos und Videos der verheerenden Feuer. Aber ob beten da hilft?

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