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Explosiver Fund im Schwarzwald: Zwei Wanderer haben im Wald ein „rostiges Eisen-Ei“ gefunden. Kurzerhand geben sie es in einem vollbesetzten Ausflugslokal ab – wo sich das Ei als hochexplosive Handgranate entpuppt.

Die gefundene Handgranate; Foto: Polizeipräsidium Freiburg/dpa

Diese Granate haben die Wanderer im Wald gefunden.

Polizeipräsidium Freiburg/dpa

Der Wanderer und sein Enkel legten das Eisen-Ei in dem Lokal am Feldberg auf die Theke. Das hätten sie im Wald beim Feldsee gefunden. Dass niemand zu Schaden gekommen ist, war großes Glück.

Laut Polizei hätte es gereicht, wenn Opa, Enkel oder Wirtin den dünnen Zündstab zu fest berührt hätten. Dann hätte die Granate in dem vollbesetzten Lokal explodieren können, sagen die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst.

„Ja ja klar, 'ne Granate“

Das es nicht so kam, ist der cleveren und geistesgegenwärtigen Wirtin zu verdanken. Der Mann und sein Enkel hatten den Fund erstmal bei der Bedienung abgegeben. Die stammt aus dem früheren Jugoslawien und ahnte, was sie da in der Hand hat: „Dann hat sie gesagt, ich soll mal an die Theke kommen, da ist was abgegeben worden und sie meinte, es wäre 'ne Granate. Und ich sagte noch: Ja ja klar, 'ne Granate.“

Doch dann wurde Wirtin Ruth Andris beim Anblick des Fundstücks doch ganz anders. Was tun und vor allem wohin damit? Cool bleiben, die Polizei anrufen und die Granate in einen mit Handtüchern gepolsterten Eimer: „Dann hab ich erst überlegt, ob ich sie in den Kühlschrank lege, weil da am Abend niemand mehr dran geht. Dann meinten die Polizisten aber, dass es dem Ding vielleicht nicht gut tut, wenn es in der Kälte ist.“

Da wurde dem Kampfmittel-Experten übel

Am Ende kamen Eimer und Granate über Nacht ins Familienauto, in sicherer Distanz zu Menschen – bis am nächsten Morgen der Experte vom Kampfmittelräumdienst kam: „Ihm ist übel geworden, als ich ihm erzählt habe, dass der gute Mann, der Opa, das Ding in der Hand getragen hat. Da hätte alles mögliche passieren können, sagte er“, erzählt die Wirtin.

Die Entschärfungsexperten raten, solche verdächtigen Fundstücke lieber liegen zu lassen. Man solle die Polizei rufen, sie aber auf keinen Fall aufheben.

Autor
Tim Stobbe
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SWR3