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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Weltweit werden durch das Streamen von Pornos im Jahr etwa 80 Millionen Tonnen CO2 in die Luft geblasen. Das ist so viel Kohlenstoffdioxid, wie Griechenland in einem Jahr produziert. Woran liegt das?

Netflix; Foto: picture alliance/Jenny Kane/AP/dpa

Streaming-Dienste wie Netflix verursachen viel CO2-Ausstoß

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Surfen, streamen, Digitalisierung. Der weltweite Datenverkehr im Internet steigt unglaublich schnell. Das hat allerdings auch direkte Auswirkungen auf unser Klima. Vor allem das Videostreaming ist ein echter Treibhausgasgenerator, sagen SWR-Umweltredakteur Werner Eckert und SWR-Klimaexperte Tobias Koch in der aktuellen Folge ihres Podcasts Klimazentrale.

Etwa 60 Prozent der Datenmenge im Netz stammt vom Filme und Serien schauen. Weitere 20 Prozent stammen aus Live-Streaming-Inhalten wie Live-Fernsehstreams, Skype, Facetime oder auch Sex-Livestreams per WebCam. Die restlichen 20 Prozent fallen auf Non-Video-Content wie Webseiten, E-Mails, Instantmessenger oder das Speichern von Fotos.

Was streamen wir eigentlich?

Laut The Shift Project konsumieren die Internetuser zu 34 Prozent Video-on-Demand-Services wie Amazon Prime, Netflix, Sky & Co. 27 Prozent gehen für Pornos drauf, 21 Prozent für Videos über Plattformen wie YouTube und 18 Prozent fallen auf Social-Media-Videos über Facebook, Instagram, Snapchat & Co.

Das Internet verursacht sehr viel CO2. Zehn Minuten Streaming verursachen etwa so viel CO2-Ausstoß wie 5 Minuten den Herd anmachen. Wäre das Internet ein Land, käme es in die TOP 10 der CO2-Ausstöße der Länder. Je nach Studie landet es auf dem dritten bis sechsten Platz.

Woran liegt das?

Google-Server; Foto: picture alliance/Google Handout/EPA/dpa

Die Serverfarm von Google in Pryor, Oklahoma schluckt Unmengen an Strom

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Die Server, auf denen die Film- und Videodateien gehostet werden, sind riesige Schränke. Darin: Computer und jede Menge Festplatten. Die fressen nicht nur Strom, indem sie einfach laufen, sondern sie müssen auch gekühlt werden, die Hallen sind beleuchtet. Das alles frisst Unmengen an Strom – und verursacht CO2-Ausstoß bei der Produktion.

Zwar arbeitet man an effizienteren Servern und Kühlsystemen. Aber die Datenmenge im Netz nimmt rasant zu. Wir haben immer mehr Geräte, die mit dem Internet verbunden sind – Handys, Tablets, Smart TV, Smart Speaker. Selbst manche Küchenmaschinen, Mikrowellen oder Kühlschränke sind mittlerweile im WLAN.