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Unter dem weißen Trikot nicht immer gut erkennbar: Die Nationalspielerinnen haben eine kleine Erhebung zwischen den Schulterblättern. Was steckt darunter?

Am Mittwoch könnten die deutschen Nationalspielerinnen bereits zum zweiten Mal jubeln: Nach dem 1:0-Sieg gegen China haben die Frauen beim zweiten Gruppenspiel gegen Spanien wieder gewonnen – erneut 1:0.

Wer dabei genau hingeschaut hat, hat sich vielleicht gewundert: Was haben die Spielerinnen denn da für Knubbel auf dem Rücken?

Auch sonst, wenn die Kameras in anderen Situationen die Rücken zeigten, waren die Erhebungen gut erkennbar. Nach dem Sieg gegen China sagte Spielerin Giulia Gwinn: „Sieht so aus, als hätte ich einen Buckel!“

Der Buckel sammelt Daten

Die Lösung: Unter den Trikots der DFB-Damen stecken GPS-Tracker. In Profivereinen gehören die schon lange zu Standardausrüstung, die Frauen des DFB nutzen sie erst seit gut zwei Monaten. Die kleinen Geräte stecken in extra angefertigten BHs.

DFB-Spielerinnen mit GPS-Trackern auf dem Rücken; Foto: picture alliance

Die Spielerinnen des DFB setzen auf die Tracker, um ihre Leistung zu analysieren.

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Trainerin bekommt detaillierte Informationen

Die Tracker sind etwa so groß wie ein Feuerzeug und sie sammeln Daten wie Geschwindigkeit, Laufleistung und Laufwege. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und ihr Team können dadurch zum Beispiel anhand von Diagrammen und Grafiken sehen, wo sich eine Spielerin während des Spiels auf dem Feld hauptsächlich aufgehalten hat. Außerdem können die Belastungsgrenzen der Spielerinnen so ermittelt werden.

Technische Hilfe für die Jagd auf den WM-Titel

Mit den gewonnenen Informationen wird das Training mit Ausdauer- und Sprinteinheiten dann individuell angepasst, um zum Beispiel Muskelverletzungen vorzubeugen. Der Buckel ist also ein kleiner Schönheitsmakel, aber ein wichtiger Helfer bei der Jagd auf den WM-Titel. Je nachdem, wie das deutsche Team bei der WM abschneidet, zeigt sich, ob sich der Aufwand gelohnt hat.

Und: Wer die Knubbel bisher noch nicht entdeckt hat, der kann das am kommenden Montag nachholen: Dann spielt die deutsche Nationalmannschaft nämlich im letzten Gruppenspiel gegen Südafrika.