Diese Zahl hat uns erschreckt: In Deutschland sind 75 Prozent der Insekten verschwunden. Das hat Auswirkungen auf andere Tierarten. Der Naturschutzbund spricht von einem „Vogelsterben“ – und sieht einen Zusammenhang mit dem Verschwinden der Insekten.

Der Naturschutzbund (Nabu) hat Daten aus den Jahren 1998 bis 2009 ausgewertet und festgestellt: In diesen Jahren sind besonders die Vögel verschwunden, die man früher oft gesehen hat: Unter anderem Spatzen, Buchfinken und Stare. Demnach haben 2009 fast 13 Millionen weniger Vogelpaare gebrütet, als 1998.

„Aufgrund dieser dramatischen Zahlen muss man von einem regelrechten Vogelsterben sprechen“

Nabu-Präsident Olaf Tschimpke.

Die Nabu-Experten vermuten: Der Rückgang der Vögel hängt mit dem Verschwinden der Insekten zusammen. Denn viele junge Vögel werden mit Insekten gefüttert. Kein Futter, keine Vögel.


Warum verschwinden Insekten und Vögel?

Die Nabu-Experten glauben, dass die intensive Landwirtschaft schuld ist am Vogelsterben: Die Bauern würden kaum mehr Flächen brach liegen lassen, auf denen wilde Pflanzen, Vögel und Insekten leben könnten. Außerdem würden die Äcker zu viel gedüngt und dort zu viele Insekten- und Pflanzengifte versprüht.

Eine Blumenwiese mit Bäumen und vielen blühenden Pflanzen; Foto: Colourbox

Eine wilde Wiese mit Bäumen und Hecken – davon müsse es in Deutschland mehr geben, fordern Forscher und Vogelschützer.

Colourbox

Ähnlich sehen es auch die Insektenforscher der Universität Nijmegen in den Niederlanden. Sie haben festgestellt, dass in Deutschland die Zahl der Fluginsekten dramatisch abgenommen hat: in den vergangenen 27 Jahren um 75 Prozent. Auch sie machen die intensive Landwirtschaft dafür verantwortlich.

Allerdings: Untersucht und bewiesen haben die Wissenschaftler diesen Zusammenhang zwischen Insektensterben und Landwirtschaft nicht. Sie halten ihn aber für plausibel.

Der deutsche Bauerverband verlangt deshalb, dass weiter geforscht wird. Er warnt davor, den Landwirten voreilig die Schuld für das Artensterben in die Schuhe zu schieben.

Was kann man gegen das Artensterben tun?

Insektenforscher und Vogelschützer fordern:

  • Die intensiv genutzten Ackerflächen sollten kleiner werden.
  • Zwischen diesen Äckern müsse es mehr wilde Wiesen und Hecken geben.
  • Landwirte sollten auf Öko-Landwirtschaft umstellen.
  • Der Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Artensterben müsse besser erforscht werden.

Was passiert, wenn das Insektensterben weitergeht?

Wie furchtbar sich das Verschwinden der Insekten auswirken würde, haben sich die WDR-Kollegen der Sendung „Quarks und Co“ ausgemalt. Hoffen wir, dass dieses Szenario nicht Wirklichkeit wird.

Die Welt ohne Insekten

Bisher war es eher ein Gefühl, jetzt ist es Gewissheit: In weiten Teilen Deutschlands gibt es 75 Prozent weniger fliegende Insekten als vor 30 Jahren. 🦋🐝🐞

Posted by Quarks on Thursday, October 19, 2017