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Dass der Klimawandel zur Klimakrise wird, wollen die Aktivistinnen und Aktivisten hinter dem weltweiten Klimastreik verhindern. Heute sollen alle mitmachen. Wer aber eigentlich arbeiten muss, findet hier Tipps und rechtliche Infos zum Thema streiken.

Es war Greta Thunberg, die den Protest für den Schutz des Klimas startete. Doch der Klimawandel geht die ganze Menschheit etwas an. Während in Berlin das Klimakabinett noch darum ringt, Beschlüsse für mehr Klimaschutz in Deutschland zu fassen und in New York einer der wichtigsten UNO-Gipfel des Jahres vorbereitet wird, sind deswegen alle aufgerufen, am weltweiten Streik für eine bessere Klimapolitik teilzunehmen.

„Game over?“ steht als Frage formuliert auf diesem Schild.; Foto: picture alliance/Christophe Gateau/dpa

„Game over?“ steht als Frage formuliert auf diesem Schild.

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Wir beantworten die wichtigen Fragen

Die meisten Aktionen starten vormittags. Das ist Absicht, denn wer mitmacht, bestreikt Schule, Uni oder Arbeit. Und das fällt mehr auf als eine Demo am Wochenende zum Beispiel. Aber wie läuft das mit dem Streik? Gibt es ein Recht darauf oder könnten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit Abmahnungen antworten? Wir haben Antworten:

1. Wer sich freinimmt, ist auf der sicheren Seite

Klar, am allerbesten ist, sich morgen ganz freizunehmen. Entweder über einen Urlaubstag oder mit angesammelten Überstunden auf einem Zeitkonto. Andersrum erlauben manche Unternehmen, dass die versäumten Streikstunden nachher wieder aufgeholt werden.

Manche Chefinnen und Chefs erlauben auch, sich einen Tag Sonderurlaub für den Streik zu nehmen. Anspruch darauf gibt es aber nicht. Wer einfach geht, riskiert eine Abmahnung.

2. Gibt es kein Recht auf Streik?

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland dürfen nur für Ziele streiken, die in einem Tarifvertrag geregelt werden können. Dazu gehören die Arbeitszeit, Arbeitsentgelt, Urlaubsregelungen, Kündigungsfristen und mehr – alles allerdings nur für das eigene Unternehmen oder die Branche, für die der Tarifvertrag gilt.

Für den Klimawandel gilt das Streikrecht nicht. Auch vonseiten der Gewerkschaften gibt es keinen Aufruf zum Streit, obwohl sie auf der Seite der „Fridays for Future“ stehen. Denn: In Deutschland gibt es keinen politischen Streik und keinen Generalstreik – und sei das Ziel noch so ehrenhaft.

Ein Mädchen demonstriert mit einer Weltkugel als Kopfbedeckung für eine bessere Klimapolitik.; Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

Ein Mädchen demonstriert mit einer Weltkugel als Kopfbedeckung für eine bessere Klimapolitik.

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3. Wie sind die Regeln für Schülerinnen, Schüler und Studierende?

Ziemlich unterschiedlich. An Universitäten und Hochschulen gelten je nach Bundesland unterschiedliche Regeln. Mancherorts sind zum Beispiel Vorlesungen von der Anwesenheitspflicht befreit, Seminare jedoch nicht. Hier muss jede und jeder selbst wissen, ob sie dem fernbleiben können.

Für Kinder bis zur neunten oder zehnten Klasse gilt in Deutschland Schulpflicht. Lehrerverbände etwa unterstützen diese natürlich und sagen, dass der Gedanken hinter dem Klimastreik zwar super ist, die Pflicht aber trotzdem gilt. Manche Kommunen und Schulen geben aber für den Streik frei.

4. Tipps für einen reibungslosen Ablauf

Wer freibekommen hat, Urlaub nimmt oder freitags sowieso nichts vorhat, kann also mit vielen anderen zusammen für den Schutz des Klimas demonstrieren. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace empfiehlt, sich Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu suchen. „Gemeinsam sind wir stärker“, heißt es in einer Mitteilung.

Kinder können mitgebracht werden, die „Fridays for Future“-Demos sind friedlich und familienfreundlich. Wer körperliche Einschränkungen hat, kann in den meisten Städten trotzdem gut teilnehmen. Auf der Seite der „Fridays for Future“ gibt es den Unterpunkt „Regionalgruppen“ – hier steht alles zum Thema Ansprecherpartner*innen und Vernetzung.

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5. Wo wird gestreikt?

In Deutschland sind bislang Streiks in 533 Städten geplant. Unter anderem in Freiburg, wo es um 10 Uhr am Platz der alten Synagoge losgeht. In Heidelberg treffen sich die Demonstrierenden um 11 Uhr an der Stadtbücherei, in Kaiserslautern um 11.30 Uhr am Hauptbahnhof.

In Karlsruhe ist der Treffpunkt um 11 Uhr am Friedrichsplatz, in Koblenz um 11.55 Uhr auf dem Reichenspergerplatz und in Stuttgart gibt es gleich drei Demozüge, die sternförmig zusammentreffen sollen. Startpunkte sind hier um 11.30 Uhr der Kernerplatz, der Hölderlinplatz und der Erwin-Schoettle-Platz. Im Stadtbezirk Weilimdorf läuft noch eine Demo; ab 12 Uhr am Löwenmarkt.

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