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Sommer 2014: Tausende Leute schütten sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf – für einen guten Zweck. Sie sammeln mit der "Ice Bucket Challenge" Geld für die ALS-Forschung. Was ist aus dem Geld geworden?

Es war DER Hype im Sommer vor fünf Jahren: Jemand schüttet sich einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf und nominiert dann drei weitere Personen, die das auch machen sollen. Gleichzeitig spenden alle Teilnehmer Geld an die US-amerikanische ALS-Stiftung. So soll Aufmerksamkeit für den Kampf gegen die seltene Nervenkrankheit ALS (Amyotropher Lateralsklerose) gemacht werden.

Eine der erfolgreichsten Social-Media-Aktionen

Durch die Kampagne nahm die ALS-Organisation in dem Jahr rund 115 Millionen Dollar ein – das war etwa doppelt so viel wie sonst. Die Ice Bucket Challenge gilt daher als eine der erfolgreichsten Social-Media-Aktionen überhaupt. Allein im August 2014 wurden mehr als 1,2 Millionen Eiskübel-Videos geteilt, schrieb die New York Times. Natürlich machten auch zahlreiche Promis mit.

Geld für Rollstühle und Forschung

In einem Artikel des Chronicle of Philanthropy steht jetzt, was mit den 115 Millionen passiert ist. Die gute Nachricht: Das Geld wurde nicht verschwendet. Es wurden zum Beispiel elektrische Rollstühle für Erkrankte finanziert oder eine besondere Ausstattung für Badezimmer.

Ein Großteil des Geldes floss in die Forschung – und zwar mit Erfolg. Wissenschaftler, deren Arbeit mit den Spenden finanziert wurde, konnten fünf neue Gene identifizieren, die bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen.

ALS-Forschung braucht kontinuierlich Spenden

Aber: Das Geld ist jetzt ausgegeben. Das teilte der ALS-Verband in den USA mit. Es gäbe inzwischen wieder ein Defizit. Denn die Forschungsstellen, die neu geschaffen wurden, müssen weiter finanziert werden. Außerdem sei die Entwicklung eines Medikaments um ein vielfaches teurer als die Summe, die durch die Ice Bucket Challenge eingenommen wurde. Darum braucht es aus Sicht der Organisation nicht nur eine große Spenden-Aktion, sondern auch regelmäßige kleinere Spenden.