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In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz breitet sich die Blauzungenkrankheit bei Rindern weiter aus. Der neueste Nachweis der Krankheit kommt aus dem Landkreis Trier-Saarburg. In Baden-Württemberg sind bereits 14 Betriebe betroffen. Was ist das für eine Krankheit mit dem merkwürdigen Namen und wie gefährlich ist sie? Wir haben die wichtigsten Antworten.

Was ist die Blauzungenkrankheit?

Es ist eine Virusinfektion, die Wiederkäuer trifft und von Mücken übertragen wird. Wenn es jetzt im Winter kalt wird, dann sind das für die übertragenden Mücken schlechte Bedingungen. Es gibt allerdings ein paar wenige, die inzwischen sogar den Winter über im warmen Stall aktiv sind.

Weil man bei Seuchen immer darauf bedacht ist, dass sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet, schottet man den Ausbruchsherd nach außen ab. Um die betroffenen Betriebe wird eine Sperrzone im Umkreis von 150 Kilometer eingerichtet.

Damit umfasst die derzeitige Sperrzone das gesamte Land Baden-Württemberg, das Saarland sowie das ganze Land Rheinland-Pfalz und Teile von Hessen und Nordrhein-Westfalen. In dieser Zone müssen ab sofort alle Tierhalter, die Rinder, Ziegen oder Schafe besitzen, dem zuständigen Landratsamt den Standort der Tiere melden.

Wie gefährlich ist die Krankheit?

Für den Menschen ist die Krankheit überhaupt nicht gefährlich. Auch Fleisch und Milch infizierter Tiere könne man ohne Bedenken verzehren, sagt das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium.

Bei den Tieren sieht das anders aus: Rinder zeigen meist nur schwache Symptome: entzündete Zitzen und Schleimhäute, Blasen an Maul und Zunge. Das überstehen sie. Bei Schafen zeigt sich die Krankheit schon stärker: Fieber, geschwollene Maulschleimhäute und im Extremfall die verfärbte Zunge, die der Krankheit den Namen gibt. Bei Schafen ist die Blauzungenkrankheit häufiger tödlich.

Eine an der Blauzungenkrankheit erkrankte Kuh. ; Foto: dpa/picture-alliance

2006 wurde das Virus der Blauzungenkrankheit erstmals in Deutschland festgestellt.

dpa/picture-alliance

Was kann man gegen die Seuche tun?

Ein Mittel ist die Mückenbekämpfung. Das reicht in der Regel aber nicht aus, um die Tiere zu schützen. Es gibt eine Impfung gegen die Krankheit. Die ist freiwillig, wurde aber in den vergangenen Jahren von Viehhaltern im Südwesten oft genutzt, weil es in Frankreich viele Fälle von Blauzungenkrankheit gab.

So eine Impfung muss nach einem Jahr aufgefrischt werden. Nur geimpfte Tiere dürfen aus der Sperrzone heraus transportiert und vermarktet werden. Das sind Einschränkungen, die die Tierhalter finanziell stark treffen.