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In der Generaldebatte im Bundestag ging es hoch her: Wegen eines diskriminierenden Ausspruchs handelte sich AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel eine Rüge von Wolfgang Schäuble ein.

Es war der Auftakt der Generaldebatte über den neuen Bundeshaushalt und es ging gleich hitzig zu. Als Sprecherin der größten Oppositionspartei eröffnete AfD-Fraktionschefin Alice Weidel die Debatte.

„Kopftuchmädchen“ und „Messermänner“

Sie griff die Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung scharf an und sagte: „Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.“

Aus dem Publikum waren Buh-Rufe und Pfiffe zu hören. Am Ende der Rede ermahnte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) die Politikerin und sagte: „Sie haben unter anderem die Formulierung Kopftuchmädchen und sonstige Taugenichtse gebraucht. Damit diskriminieren Sie alle Frauen, die ein Kopftuch tragen. Dafür rufe ich Sie zur Ordnung.“

Beschwerde auf Twitter

Auf Twitter beschwerte sich Weidel anschließend, Schäuble habe ihre ganze Rede gerügt. „War das berechtigt? Ich denke nicht!“ schrieb sie.

Dass aber nur der Ausspruch über kopftuchtragende Frauen gerügt wurde und nicht ihre ganze Rede, verschwieg die AfD-Chefin.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) antwortete mit heftiger Kritik auf die Rede von Weidel. Wie die AfD-Politikerin über andere Menschen gesprochen habe, habe „null“ mit einem christlichen Menschenbild zu tun. „Was sie heute gemacht haben, ist das glatte Gegenteil davon, und dafür sollen Sie sich schämen“, sagte er.

Merkel verteidigt den Regierungskurs

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ging in ihrer Rede nicht auf Weigels Aussage ein, sondern verteidigte den Kurs ihrer Regierung. Sie lobte den ausgeglichenen Haushalt und betonte, dass man ohne neue Schulden auskomme.


Autor
SWR3