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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Brian Mullins war gerade mal 39 Jahre alt, als er völlig überraschend starb. Seine Mutter und seine Tochter erfüllten ihm einen Lebenstraum und schickten ihn auf Weltreise – nach seinem Tod.

Brief aus Flaschenpost; Foto: Walton County Sheriff's Office

Diesen Brief legte die Tochter von Brian Mullins mit in die Flasche

Walton County Sheriff's Office

Vor kurzem fanden Strandbesucher in der Nähe von Miramar in Florida eine Flaschenpost. Darin lagen ein Brief, vier Dollar und die Asche eines Toten. Klingt mysteriös, ist aber eine ziemlich rührende Geschichte. Das wurde Polizistin Paula Pendelton schnell klar, als sie den Brief in der Flasche las.

„Diese Flasche enthält die Asche meines Sohnes Brian, der plötzlich und unerwartet am 9. März 2019 starb“, stand auf einem Stück Papier. Ihr Sohn sei 39 Jahre alt und Fahrer von Abschleppwagen gewesen. „Ich schicke ihn auf ein letztes Abenteuer.“

Auch Tochter des Toten schrieb etwas

Paula Pendleton; Foto: Walton County Sheriff's Office

Polizistin Paula Pendleton kümmerte sich um die Flaschenpost

Walton County Sheriff's Office

Viel bewegender fand Paula Pendelton allerdings die Notiz von Brians Tochter: „Als mein Vater starb, war ich 14 Jahre alt“, schrieb sie. „Es hat unsere Familie sehr hart getroffen, und bisher war es eine sehr harter Weg. Aber meine Omi sagt, er liebte es, frei zu sein. Also machen wir genau das.“

Pendleton, die erst im vergangenen Jahr ihren Mann verloren hatte, war von ihren Gefühlen überwältigt. „Ich saß hier in meinem Streifenwagen, und weinte wie ein Baby.“ Ihr war klar: Sie musste der Familie helfen.

Brians Reise geht weiter

Die Mutter des Verstorbenen hatte die Telefonnummer der Familie aufgeschrieben und vier Ein-Dollarscheine dazugelegt. Sie hoffte, dass die Anrufe bekommt, wenn jemand die Flaschenpost findet. Und ihr verrät, wo sich die Asche ihres Sohnes gerade befindet.

Polizistin Pendleton setzte sich mit einem Bekannten zusammen, der ein Charterboot besitzt. Er war bereit, die Asche weit vor die Küste Floridas zu bringen. Vergangenen Freitag waren die Flasche, die Dollarscheine und die Asche wieder auf See.

Letztes Ziel: Hochseeangeln

Aber warum wurde Brians Asche als Flaschenpost im Meer ausgesetzt? „Er war ein leidenschaftlicher Angler. Er wollte die Welt bereisen“, sagte seine Mutter Darlene Mullins. Allerdings sei Brian nie Hochseeangeln gewesen. Er kam aus Garland, einem Vorort von Dallas, etwa 480 Kilometer von der Golfküste entfernt.

Sie selbst sei nicht in der Lage gewesen, die Asche ihres Sohnes zum Meer zu bringen. Dabei hätten ihr Verwandte geholfen, die Brians Asche Anfang August in Destin, Florida ins Meer entließen. „Wir dachten, es könnte das Letzte gewesen sein, das wir von der Flasche sehen“, sagte Mullins. „Aber wir werden sehen, wo sie wieder auftaucht.“

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