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Das britische nationale Zentrum für Cybersicherheit, das FBI und das US-Ministerium für Heimatschutz beobachten die Hacker schon seit Monaten. Und sie wissen, wie der Angriff stattfinden soll.

Angriff aus Russland?; Foto: dpa/picture-alliance

Angriff aus Russland?

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Seit drei Jahren beobachten die Geheimdienste die Eindringlinge schon. Russische Hacker haben sich schon in großem Stil über Hintertürchen in verschiedene Netzwerke eingehackt. Die Geheimdienste haben auch schon Dokumente zusammengestellt, wie genau die Hacker sich Zugang verschafft haben.

Jetzt vermuten Internet-Experten beider Länder, dass diese Vorbereitungen nur einem Ziel dienen: Einem Großangriff auf Netzwerke weltweit. Von den Vorbereitungen seien Systeme betroffen, die mit „Cisco Smart Install SMI“ ausgestattet sind, das Netzprotokoll „Generic Routing Encapsulation GRE“ und das Netzwerkprotokoll „SNMP“ benutzen, das Netzwerkelemente wie Router, Server oder Computer steuert und überwacht.

„Eine gewaltige Waffe“

„Es ist eine gewaltige Waffe in den Händen eines Widersachers“, sagte der Vize für Cyber-Sicherheit aus dem Weißen Haus, Rob Joyce. Die USA gehen demnach mit großer Sicherheit davon aus, dass die Attacke in Russland vorbereitet wird.

Grund für Attacke unklar

Aber warum wollen russische Hacker einen weltweiten Angriff starten? Das ist noch nicht klar. Die britische Nachrichtenagentur PA berichtet lediglich, der Angriff habe nicht direkt etwas mit dem Raketenangriff der Westmächte auf Syrien am vergangenen Samstag zu tun.

Großbritannien spricht von „bedeutendem Moment“

NCSC-Chef Ciaran Martin sprach von einem „bedeutenden Moment“ im Kampf gegen die russische Aggression im Netz. Er sagt, dass „Millionen von Rechnern weltweit“ im Visier dieses geplanten Angriffs stünden.

Die britische Regierung werde mit den USA und anderen internationalen Verbündeten und Industriepartnern zusammenarbeiten, so Martin. Ziel sei, das „inakzeptable Cyber-Verhalten Russlands zu enttarnen“.

Russland weist Vorwürfe zurück

Die russische Botschaft in London weist die Vorwürfe zurück. Russische Hacker würden keinen weltweiten Cyberangriff planen, die Verdächtigungen seien haltlos, heißt es in einer Mitteilung.

Autor
Björn Widmann
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SWR3