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Das vor fast zwei Wochen vor Budapest gesunkene Ausflugsschiff ist geborgen worden. Dabei wurden weitere Opfer gefunden.

Fast zwei Wochen ist es her, dass das Ausflugsschiff Hableany (Meerjungfrau) in der Donau vor Budapest versank. Am Dienstag hob es nun ein Spezialkrank in einer komplizierten Aktion und minutiöser Kleinarbeit.

Im Laufe der Bergung wurden die Leichen vier weiterer Opfer gefunden. Darunter ist auch die des Kapitäns des kleinen Schiffs, wie die Polizei mitteilte. Bei dem Unglück des Ausflugsschiffes mit südkoreanischen Touristen und ungarischer Crew an Bord kamen mindestens 24 Menschen ums Leben.

Ein Kreuzfahrtschiff hatte die Hableany am Abend des 29. Mai gerammt. Binnen Sekunden war das kleinere Schiff auf den Grund der Donau gesunken. Sieben Südkoreaner konnten unmittelbar danach gerettet werden.

Kapitän des Kreuzfahrtschiffes verhaftet

Den Kapitän des Flusskreuzfahrtschiffes verhafteten die ungarischen Behörden später. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Gefährdung des Wasserverkehrs mit massenhafter Todesfolge vor. Das Unglück war das schlimmste der jüngeren ungarischen Schifffahrtsgeschichte.

Besonders komplizierte Bergung

Die Bergung des Wracks stellte die ungarischen Einsatzkräfte, die durch Spezialtaucher aus Südkorea verstärkt wurden, vor enorme Herausforderungen. Zunächst herrschten schlechte Wetterverhältnisse. Der Wasserstand der Donau
war sehr hoch und ebbte erst in den letzten Tagen ab.

Starke Strömungen erschwerten den Einsatz der Taucher, die das Schiffswrack für die Bergung vorbereitet hatten. Am Dienstag war der Donaupegel so weit abgesunken, dass der Schwimmkran freien Manövrierraum hatte. Das Wrack musste vor und während der Bergung mehrfach mit Stahlseilen gesichert werden, damit es nicht zerbricht. Es dauerte mehr als acht Stunden, bis das Wrack auf ein Frachtschiff gehievt werden konnte.

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