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Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Arbeitnehmer, die sich auf eigene Kosten fortbilden, sollen in Zukunft mehr Geld vom Staat bekommen. Das hatte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek zuvor schon angekündigt – jetzt hat sie ihren Vorschlag konkretisiert. Wir klären, wer von der neuen Regelung profitieren könnte.

2018 haben sich laut Karliczek fast 170.000 Menschen über das Aufstiegs-BAföG mit öffentlicher Unterstützung fortgebildet – zu wenige, findet die Bundesbildungsministerin. Diese Zahl wolle sie deutlich steigern. Jetzt hat sie konkrete Maßnahmen vorgestellt, mit denen in Zukunft mehr Arbeitnehmer finanziell unterstützt werden sollen, wenn sie sich auf eigene Kosten weiterbilden.

Unterstützung soll es nicht nur bei der ersten Fortbildung geben

Anja Karliczek, Bundesbildungsministerin, CDU; Foto: picture alliance/Christoph Soeder/dpa

Anja Karliczek (CDU), Bundesbildungsministerin

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Bisher werde in der Regel nur eine Fortbildungsmaßnahme gefördert, sagte die CDU-Politikerin der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten am Samstag. Das solle sich in Zukunft ändern: Dann solle es möglich sein, Förderung für drei Fortbildungen zu erhalten. Allerdings nur dann, wenn sie strukturell aufeinander aufbauen. Heißt: Wer sich zum Beispiel vom Gesellen zum Servicetechniker, vom Servicetechniker zum Meister und vom Meister zum Betriebswirt im Handwerk weiterbilden lässt, der profitiert von der Neuregelung und wird entsprechend während jeder der drei Fortbildungen vom Staat unterstützt, so das Modell.

Wer dafür aus dem Beruf aussteigt, soll unterstützt werden

Wer wenig Geld habe, könne zudem in Zukunft einen vollen Unterhaltszuschuss beantragen, wenn er für die Fortbildung zwischenzeitlich ganz aus dem Beruf aussteigt. Diese Möglichkeit komme besonders angehenden Erzieherinnen und Erziehern sowie Aufsteigern mit Familie zugute, so Karliczek weiter. Bislang habe es lediglich 50 Prozent Zuschuss zum Unterhaltsbedarf gegeben.

Kosten der Kurse sollen zur Hälfte übernommen werden

Für die Kosten der Kurse soll der Zuschuss der Ministerin zufolge von 40 auf 50 Prozent erhöht werden, so die Ministerin. Auch das führe zu finanziellen Vorteilen für die Weiterzubildenden:

Damit sinkt der Anteil, für den man auch weiterhin ein günstiges Darlehen aufnehmen kann. Und dieses muss auch nur zur Hälfte zurückgezahlt werden, wenn man die Prüfung besteht.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU)

Denn: Wer dann auch einen eigenen Betrieb gründe, dem werde die Darlehensschuld vollständig erlassen.

Wann soll die neue Regelung kommen?

Dass eine solche Reform des sogenannten Aufstiegs-BAföG tatsächlich kommt, ist noch nicht sicher. Gesundheitsministerin Karliczek hat erst mal angekündigt, nach der Sommerpause einen Gesetzentwurf zum Ausbau ins Kabinett einbringen zu wollen.

Dann soll erst mal über den Entwurf der Ministerin diskutiert werden. Billigt das Kabinett aus den verschiedenen Bundesministern den Entwurf, muss schließlich noch der Bundestag darüber abstimmen.

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