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Das Ozonloch war vor ein paar Jahren noch großes Thema – seither ist es wieder kleiner geworden. Jetzt haben Forscher aber wieder große Mengen des Ozonkillers FCKW gefunden. Die Spur führt nach Ostasien.

Amerikanische Forscher sind möglicherweise einem Umweltverbrechen auf der Spur. Die Fachzeitschrift Nature berichtet, dass sie eine verdächtig hohe FCKW-Konzentration in der Atmosphäre festgestellt haben. Dabei handelt es sich um chemische Verbindungen, die die Ozonschicht angreifen. Früher wurden sie zum Beispiel als Kühlmittel oder als Gas in Haarsprays eingesetzt, sie sind aber seit einiger Zeit verboten.

Abbau schwächt sich ab

Einer dieser FCKW-Stoffe ist Trichlorfluormethan. Auch dieser Stoff darf nicht mehr hergestellt werden. Anzunehmen wäre also, dass die Konzentration des Gases in der Atmosphäre abnimmt. Tut er auch – aber nicht so stark wie er eigentlich müsste. Stattdessen schwächt sich der Abbau immer weiter ab, sagen die Wissenschaftler jetzt.

Es muss eine FCKW-Fabrik geben

Mysteriös. Die Forscher vermuten, dass es irgendwo auf der Welt eine illegale FCKW-Quelle geben muss. Mithilfe verschiedener Modelle und Berechnungen kamen die amerikanischen Forscher darauf, dass rund 13.000 Tonnen des Ozonkillers jedes Jahr frisch hergestellt werden muss. Die Simulationen ergeben, dass die Fabrik dafür höchstwahrscheinlich in Ostasien steht. Dafür gibt es verschiedene Indizien.

Hundertprozentig sicher ist das nicht, aber sehr wahrscheinlich. Eine Forscherin der Universität von Reading in Großbritannien bescheinigt den Wissenschaftlern aus Amerika zumindest, genau gearbeitet zu haben. Und sie sagt: Die Studie zeige einmal mehr, dass Umweltvorschriften nicht selbstverständlich seien und geschützt werden müssten.

Wie geht es überhaupt dem Ozonloch?

Ozonschicht; Foto: NASA

Rechts: Dünne Ozonschicht über der Antarktis im Jahr 2006, links dieselbe Stelle sieben Jahre später

NASA

Forscher dachten eigentlich, dass das Problem mit dem Ozonloch durch das FCKW-Verbot gelöst ist. Wissenschaftler aus Davos in der Schweiz sagten kürzlich aber: Ganz so gut sieht es nicht aus. Es stimme zwar, dass die Ozonschicht über Nord- und Südpol wieder dicker werde, aber an anderen Stellen, zum Beispiel auch über Deutschland, sei sie noch gefährlich dünn – und sie schrumpfe weiter. „Verblüffend und besorgniserregend“ sei das, so ein Atmosphärenforscher aus Bremen.

Warum die Ozonschicht sich an manchen Stellen der Erde nicht erholt, wissen die Schweizer aber nicht. Möglich sei, dass der Klimawandel etwas damit zu tun habe oder auch andere kurzlebige Gase.

Für was brauchen wir die Ozonschicht überhaupt?

Je dünner die Ozonschicht in der Atmosphäre, desto größer werden die Probleme auf der Erde. Die Schicht schützt uns nämlich vor den gefährlichen UV-Strahlen. Sie sorgen für Sonnenbrand im Sommer, im schlimmsten Fall lösen sie aber auch Hautkrebs aus.