Allan Simmons war Scrabble-Experte der britischen Times. Die Briten lieben Scrabble. Simmons lieben sie jetzt aber nicht mehr so, denn der hat geschummelt – ausgerechnet bei ihrem Lieblingsspiel.

Wenn du Scrabble-Profi der britischen Zeitung Times bist und dann beim Spielen schummelst, ist das schon mal nicht so cool. Wenn das Spiel, bei dem du deine Mitspieler hintergehst, dann auch noch Scrabble ist, kannst du sicher sein, dass deine Zeit als Experte vorbei ist.

Düdüm.

Die Geschichte klingt wie ein Witz, ist aber echt so passiert. Allan Simmons heißt der Mann, der bislang Experte für die längsten und verrücktesten Buchstabenkombinationen bei der Times war.

Bis jetzt, als sich die Vereinigung der britischen Scrabble-Spieler bei der Zeitung meldete. Eine unabhängige Untersuchung habe bestätigt, dass Simmons geschummelt habe. Mehrfach sogar!

Steine gezogen – und direkt wieder in den Beutel zurückgelegt

Drei unabhängige Zeugen sollen gesehen haben, dass Simmons eine Handvoll gerade gezogener Steine (auf denen sind die Buchstaben des Alphabets) einfach wieder zurück in den Beutel getan habe. Die Steine ziehen Scrabbler blind aus dem Stoffbeutel, sieben Stück, dann legen sie sie vor sich auf ihren Steinchen-Halter. Simmons habe dann noch einmal neue Steine aus dem Beutel gezogen, sagte der Verbandssprecher Elie Dangoor.

Seinen Expertenjob ist Simmons damit natürlich los. Und für offizielle Scrabble-Spiele und -Turniere ist er jetzt auch gesperrt – für drei Jahre.

Scrabble ist den Briten heilig. Es gibt Turniere, Scrabble-Klubs (deutlich mehr als in Deutschland), eine englischsprachige Weltmeisterschaft. Der Vorwurf gegen Simmons könnte durchaus als handfester Skandal gehandelt werden.

Nur die Regeln vergessen?

Und Simmons galt in Großbritannien als Scrabble-Star. Er war nicht nur Experte bei der Times, er schrieb sogar bereits mehrere Bücher über das Spiel. Den Vorwurf des Betrugs bestreitet er. Das Spielen auf dem hohen Level sei allerdings sehr anstrengend und es könne einem dabei viel durch den Kopf gehen. Vielleicht habe er sich da nicht an die strengen Regeln erinnern können.

Vergesslichkeit hin oder her, jetzt will Simmons erst mal nicht mehr scrabblen. Lieber konzentriere er sich jetzt auf „wichtigere Dinge im Leben“.