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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Wer im „Sunshine State“ Grüne Leguane auf seinem Grundstück hat, soll die töten – das fordert die „Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC)“.

Mit diesem Aufruf hat die Wildtierbehörde in Florida die Tierfreunde gegen sich aufgebracht. Grüne Leguane vermehren sich in Florida explosionsartig – das ist für den Staat Grund genug, das Töten der Tiere nicht nur zu erlauben, sondern die Einwohner sogar aktiv dazu aufzufordern.

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Das Problem laut FWC: Die Tiere sind in Florida eigentlich nicht heimisch und zerstören die heimischen Pflanzen und richten Schäden an Dämmen an. Deswegen fordert die Behörde die Menschen in Florida auf: Wenn ihr Grüne Leguane auf eurem Grundstück habt, tötet sie, wann immer möglich.

Grüne Leguane werden über zwei Meter lang

Wie man die Tiere am besten meuchelt, dazu hüllt sich die FWC in Schweigen. Wer denkt, mit einer Fliegenklatsche wäre es getan, der irrt: Männchen der Grünen Leguane werden zum Teil länger als zwei Meter und bringen stolze zehn Kilo auf die Waage.

Die Tiere leben seit den 1960er-Jahren in der freien Wildbahn in Florida, berichtet NBC Miami. Eigentlich waren sie Haustiere. Wegen des sommerlichen Klimas in Florida haben sich die Grünen Leguane aber auch in freier Wildbahn vermehrt.

Ähnliche Probleme in Deutschland

Wildschwein; Foto: picture alliance/Fredrik von Erichsen/dpa

Werden in Deutschland auch immer mehr zur Plage: Wildschweine

picture alliance/Fredrik von Erichsen/dpa

In Deutschland haben wir ähnliche Probleme, auch hier machen verschiedene Tiere den Kommunen immer mehr zu schaffen. Ob Wildschweine, Gänse oder Waschbären: immer mehr Wildtiere zieht es in die Städte. Schuld ist der Mensch und unser moderner Lebensstil. In den Städten sei es einfach wärmer als im Umland, sagt Tierfotograd Sven Meurs.

Wildschweine zum Beispiel haben sich in den vergangenen 50 Jahren so explosionsartig vermehrt, dass sie mittlerweile als Plage gelten. Sie verlassen die Wälder zeitweise und verlegen ihren Lebensmittelpunkt immer mehr in Felder oder in die Städte.

Das liegt zum einen daran, dass das Nahrungsangebot in den Städten besser ist als im Wald. Zum anderen aber auch am Klimawandel. Es gibt weniger kalte Winter und so hat sich auch die Landwirtschaft verändert. Zum Beispiel wird in Deutschland viel mehr Mais angebaut – den lieben die Schwarzkittel. Viele Wildschweine verbringen Frühjahr und Sommer in den Maisfeldern und ziehen erst im Herbst zurück in die Wälder.

Heidelberg hat Probleme mit Gänsen

Heidelberg leidet dagegen unter einer Gänseplage. Die leben auf der Neckarwiese und fühlen sich dort pudelwohl. Das Problem: Auch Menschen finden es dort super und würden sich gerne in die Sonne legen. Allerdings hinterlassen die Gänse dort so viel Häufchen, dass man sich dort nicht mehr hinlegen kann.

Deswegen hat die Stadt die Jäger in der Umgebung aufgefordert, die Tiere abzuschießen. Im Moment werden so 70 bis 80 Nilgänse pro Jahr erlegt. Zusätzlich hat die Stadt das Bußgeld für das Füttern der Tiere im ersten Fall von 35 auf 55 Euro erhöht, im Wiederholungsfall drohen 75 statt bisher 60 Euro.

Waschbärenplage in Nordhessen

Waschbär; Foto: picture alliance/Jochen Lübke/dpa

In Nordhessen zuhause: Waschbären

picture alliance/Jochen Lübke/dpa

In Nordhessen sorgen Waschbären seit vielen Jahren für Ärger. Sie nisten in den Dächern von Häusern, plündern Mülltonnen und ernähren sich auch von seltenen Vögeln und Amphibien. Und auch hier dürfen die Waschbären gejagt werden – allerdings nur zu bestimmten Jahreszeiten. Im Sommer, wenn die Tiere am aktivsten sind, ist Schonzeit.

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