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Susanne de los Santos
Susanne de los Santos, SWR3; Foto: SWR3
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Freiburg gehört zu den Städten in Deutschland, in denen die meisten Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind. In Zukunft will die Stadt Radler bevorzugt behandeln. Sie sollen stellenweise über Rot fahren dürfen.

Bisher gilt überall das Gleiche für Autofahrer und Radfahrer: Über rote Ampeln fahren ist verboten und wird bestraft. In der Stadt Freiburg soll das künftig anders sein – zumindest für Radfahrer. An bestimmten Kreuzungen dürfen sie bald über Rot fahren. Allerdings nur dort, wo keine Unfallgefahr für die Radfahrer besteht.


Nur an Stellen, wo es völlig ungefährlich ist für den Radfahrer, wo die meisten sowieso über Rot fahren und der Autofahrer nicht drüber fahren kann. Insofern ist es für alle gut.

Frank Uekermann, Freiburger Tiefbauamt


Das dürfte zunächst für Irritationen sorgen. Uekermann ist sich aber sicher: „Wenn sich jeder dran gewöhnt hat, wird sich der Radfahrer freuen und der Autofahrer hoffentlich auch beruhigen.“

Wie soll das geregelt sein?

An ausgewählten Ampeln soll künftig ein Schild hängen mit der Aufschrift „Fahrradfahrer geradeaus frei“. Das ist also vom Prinzip her ähnlich wie der grüne Pfeil, den es ja oft an Ampeln gibt. Aber das Schild gilt eben nur für Radfahrer.

Passende Stellen dafür in Freiburg zu finden, war anscheinend nicht schwer. Beim Tiefbauamt hat man einfach geguckt, wo die Radfahrer ohnehin schon bei Rot nicht anhalten.


Wo über Rot fahren Sinn macht

Das sind zum Beispiel Stellen, an denen Straßenbahnschienen über die normale Fahrbahn laufen. Da ist es ja so geregelt, dass die Ampeln für den normalen Verkehr auf Rot schalten, wenn eine Straßenbahn durch muss. Die Bahn und ein Auto passen dann nämlich nicht nebeneinander auf die Straße. Für ein Fahrrad wäre aber noch genug Platz neben der Bahn.

Deshalb soll an solchen Stellen das neue Schild greifen und den Radfahrern eben offiziell erlauben, über Rot zu fahren. Das Tiefbauamt prüft jetzt, wo diese Regelung überall sonst noch Sinn machen könnte.


Welche Strafen drohen zurzeit?

Wenn Radfahrer eine rote Ampel überfahren, dann kostet sie das laut Bußgeldkatalog zwischen 60 und 180 Euro. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg.

Für Autofahrer wird's noch happiger: Zwischen 90 und 360 Euro werden fällig, plus ein Punkt in Flensburg. Auch Fahrverbot und Freiheitsstrafe sind möglich.


Hier geht's zum Bußgeldkatalog 2018