Autor
Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Vor genau 100 Jahren durften Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen. Ihr neues Recht nutzten sie gleich zu Beginn zahlreich. In anderen Ländern dauerte die Gleichberechtigung beim Wahlrecht wesentlich länger.

Zum ersten Mal durften Frauen in Deutschland bei der Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 wählen und gewählt werden. 82 Prozent der Wählerinnen beteiligten sich damals.

Unter den 423 gewählten Abgeordneten waren allerdings nur 37 Frauen – also knapp neun Prozent. Die Zahl klingt aus heutiger Sicht nach wenig, war zu der Zeit jedoch der höchste Frauenanteil in einem Parlament weltweit.

Auch heute noch sitzen in den meisten Parlamenten mehr Männer als Frauen. Im aktuellen Bundestag beträgt der Frauenanteil 30,9 Prozent.

In der Schweiz hat's länger gedauert

Im europäischen Vergleich war Finnland Vorreiter mit der Einführung des Frauenwahlrechts im Jahr 1906. Danach folgten 1913 Norwegen und 1915 Dänemark.

Schlusslichter sind die Schweiz, wo Frauen ab 1971 wählen durften, und Liechtenstein. Hier gibt es das Frauenwahlrecht erst seit 1984. Im Kanton Appenzell Innerrhoden durften Frauen sogar erst ab 1990 wählen.

Weltweit hat zuletzt Saudi-Arabien das Frauenwahlrecht eingeführt. Dort ist es Frauen seit 2015 erlaubt, zu wählen und sich wählen zu lassen. Voraussetzung ist ein Personalausweis. Den besitzen allerdings nur sehr wenige Frauen in Saudi-Arabien.

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