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„Wenn Wölfe mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahekommen, muss man sie auch abschießen dürfen,“ so Umweltministerin Svenja Schulze.

Schulze plant, dass Wölfe dann erlegt werden dürfen, wenn sie ernste landwirtschaftliche Schäden verursachen. Ziel sei eine Änderung im Naturschutzgesetz, sagte die Umweltministerin in einem Interview mit der Bild am Sonntag. So ein Gesetz, also ein „Lex Wolf“, sehe außerdem ein Fütterungsverbot für Wölfe vor.

Wolf; Foto: dpa/picture-alliance

In Deutschland soll es 73 Wolfsudel geben. Die meisten leben in Niedersachsen und den östlichen Bundesländern.

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Wölfe stehen unter besonderem Schutz

Wölfe sind in Deutschland streng geschützt und dürfen nur mit Erlaubnis der Behörden gejagt werden. Bis jetzt gab es nur wenige Abschussgenehmigungen gegen Tiere, die auffällig geworden waren. In den vergangenen Wochen wurden mehrere neue Angriffe auf Nutztiere bekannt. Die Umweltminister in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gaben kürzlich je einen Wolf zum Abschuss frei.

In Deutschland leben seit rund 20 Jahren wieder Wölfe, die größten Gruppen in Ostdeutschland und Niedersachsen. Die Tiere sorgen für Ärger zwischen Landwirten, Schäfern und Umweltschützern. Auch Politiker streiten seit einiger Zeit darüber, wie mit der wachsenden Zahl von Wölfen umgegangen werden soll. Der NABU hat wie wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.

Ulrich Wotschikowsky ist Wildtierbiologe und Wolfexperte. Im SWR-Interview sagt er, dass die Forderung von Umweltministerin Schulze nichts Neues ist. Wichtig sei ein guter und umfassender Herdenschutz für Nutztiere. Für Menschen seien die Wölfe in Deutschland nicht gefährlich:

SWR3-Audio: Beitrag anhören; Foto: SWR3.de

Nachrichten Brauchen wir ein „Lex Wolf“? Wie gefährlich ist der Wolf tatsächlich?

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