Die Angst vor einer weiteren Eskalation in Spanien wächst: Die Regierung in Madrid hat ein neues Gesprächsangebot der Katalanen zurückgewiesen. Man werde sich nicht erpressen lassen, heißt es.

Spaniens Ministerpräsident Rajoy; Foto: dpa
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Die spanische Regierung in Madrid will Stärke demonstrieren: Man werde über keine Gesetzesverstöße verhandeln, ließ Ministerpräsident Mariano Rajoy in der Nacht zum Donnerstag mitteilen.

In einem Schreiben an die katalanische Regionalregierung heißt es: „Sie haben schon viel Schaden verursacht, ziehen Sie die Drohung einer Abspaltung zurück!“ Damit ist die Chance einer neuen Gesprächsrunde wohl vom Tisch.

Katalonien will weiter seine Unabhängigkeit ausrufen

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hatte Madrid am späten Mittwochabend zu Verhandlungen aufgerufen. Er habe bereits viele Vermittlungsangebote erhalten
und es wäre unverantwortlich, diese nicht anzunehmen, fügte der 54-Jährige in einer Fernsehansprache in Barcelona hinzu. Er stellte aber auch klar, dass er an seinem Plan festhalte, die Ausrufung der Unabhängigkeit wahr zu machen. Das könnte schon nächste Woche passieren.

Angst vor „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“

Gegner der Unabhängigkeit Kataloniens bei Straßenprotest; Foto: dpa
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In der EU gibt es die Sorge, dass der Konflikt zwischen der spanischen Zentralregierung und der Region Katalonien eskalieren könnte. Der CDU-Abgeordnete Brok befürchtet bürgerkriegsähnliche Zustände, wenn die Katalanen am Montag ihre Unabhängigkeit erklären. Eine Vermittlung durch die Europäische Union hält Brok aber nicht für wahrscheinlich, zumindest nicht im Moment. Im Deutschlandfunk sagte Brok, wenn Katalonien sich von Spanien abspalte, müsse es aus der EU austreten. Das wäre wirtschaftlich eine Katastrophe für die Region.