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Der Stuttgarter Bahnknoten benötigt zusätzlich Gleise am neuen Tiefbahnhof. Sonst kann der von Bundesverkehrsminister Scheuer geplante Deutschland-Takt in Baden-Württemberg nicht umgesetzt werden.

Der Zielfahrplan Baden-Württemberg, der dem SWR vorliegt, zeigt, dass der neue Bahnknoten Stuttgart einen integrierten Taktverkehr im Südwesten nicht zulässt. So kann man von der Landeshauptstadt aus Großstädte wie Darmstadt, Heidelberg, Mainz, Nürnberg und Zürich nicht im 30-Minuten-Takt anfahren.

S21 mit acht Gleisen zu klein

Dafür sei der Stuttgarter Tiefbahnhof mit acht Gleisen zu klein und die Zahl der Zulaufstrecken sei zu gering. Auch die von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer angepeilte Verdoppelung der Fahrgastzahl sei nach Fertigstellung des neuen Stuttgarter Bahnknotens samt Tiefbahnhof mit nur noch acht Gleisen nicht realisierbar.

„Einen anderen Hauptbahnhof als Stuttgart 21“

Der Verkehrsexperte der Grünen Matthias Gastel hält deshalb eine neue Diskussion über den Stuttgarter Bahnknoten für erforderlich. „Es wäre doch jammerschade“, so der Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg, „wenn überall in Deutschland die Menschen vom Deutschlandtakt profitieren, nur in Stuttgart funktioniert es nicht. Auch die Baden-Württemberger sollten vom Deutschland-Takt profitieren. Das braucht aber einen anderen Hauptbahnhof als Stuttgart 21. Stuttgart 21 muss erweitert werden um zusätzliche Gleise, zusätzliche Kapazitäten am Bahnhof und auch an den Zulaufstrecken.“

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Kein Handlungsbedarf: „Das wird funktionieren“

Das Bundesverkehrsministerium sieht keinen Handlungsbedarf. Staatssekretär Steffen Bilger erklärte gegenüber dem SWR: „Die Experten der Deutschen Bahn haben das alles genau geprüft. Und das wird funktionieren. Wir haben jetzt die große Chance, dass wir den modernsten Bahnhof in Stuttgart bekommen – nicht nur wegen Stuttgart 21, sondern eben auch weil dort die Digitalisierung als erstes realisiert wird.“ Wie dies mit der geringen Gleiskapazität realisiert werden kann, konnte der baden-württembergische Bundestagsabgeordnete noch nicht sagen.

Längere Wartezeiten erwartet

Lange Wartezeiten wird es in Stuttgart bei der Fahrt von Tübingen nach Karlsruhe geben: 27 Minuten. Bei der Fahrt von Singen nach Heilbronn beträgt die Umsteigezeit 33 Minuten. Und Personen, die auf der Strecke zwischen Würzburg und Zürich fahren wollen, warten in Stuttgart knapp eine Stunde (58 Minuten) bis zum Anschluss. Das Nadelöhr Stuttgart hat zudem negative Folgen auf andere Städte. So kommt der Zug aus Mannheim so spät in Ulm an, dass der Fahrgast dort 26 Minuten warten muss, um weiter nach Friedrichshafen zu fahren.

Autor
SWR3