Mit gleich zwei Flügen am Dienstag und Mittwoch hat die Bundesregierung abgelehnte Asylbewerber in ihrer Heimatländer zurückgebracht. An Bord waren nicht nur Menschen aus Afghanistan, sondern auch viele Pakistaner.

Protest gegen Abschiebung (Symbolbild); Foto: dpa/picture-alliance

Protest gegen Abschiebung (Symbolbild)

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Deutschland hat in der Nacht den zweiten Flieger mit abgelehnten Asylbewerbern auf den Weg nach Afghanistan geschickt. Dort ist die Maschine am Morgen angekommen. Nach dem Abschiebeflug am Dienstagabend war das der zweite Flug innerhalb von 24 Stunden.

An Bord des Fliegers waren aber nicht nur Menschen aus Afghanistan, sondern auch 28 abgelehnte Asylbewerber aus dem Nachbarland Pakistan. Auch sie seien am Morgen sicher in Islamabad gelandet, teilten die Flugverkehrsbehörde und das Immigrationsbüro der pakistanischen Bundeskriminalpolizei mit.

Mehr Abschiebungen nach Pakistan

Das Bundesinnenministerium hat im laufenden Jahr fast doppelt so viele abgelehnte Asylbewerber nach Pakistan zurückgeschickt, als noch im Jahr davor. Bisher seien es 149 Pakistaner gewesen – 2016 habe es 81 Abschiebungen gegeben. 2015 waren es noch 22.

In dem Flieger, der am Donnerstagmorgen in Pakistan gelandet ist, saßen nach Behördenangaben 16 Männer aus Deutschland, andere seien in Tschechien und Österreich mit falschen Papieren festgenommen worden. Sie hatten versucht, nach Deutschland zu kommen.

Menschenschmuggel soll bekämpft werden

Brennende Polizeiautos nach Protesten in Islamabad; Foto: dpa/picture-alliance

Brennende Polizeiautos nach Protesten in Islamabad

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Alle seien erst einmal festgenommen und verhört worden. Einige Verhöre seien noch nicht beendet. Die Behörden verfolgen mit den Befragungen ein besonderes Ziel: „Wir werden mithilfe dieser Informationen unsere Operationen gegen Menschenschmuggler ausweiten.“

Jedes Jahr verlassen Hunderttausende Menschen Pakistan, das als eines der ärmsten Länder der Welt gilt. Allerdings werden sie eher als Wirtschaftsflüchtlinge gesehen. Zwar gilt Pakistan als unsicher und es gibt auch immer wieder Anschläge – nach vielen Militäroffensiven sind es aber nicht mehr so viele wie noch vor Monaten. Deswegen sehe man Flüchtlinge aus Pakistan nicht als schutzbedürftig, heißt es.

Jeder achte Pakistaner ausreisepflichtig

Laut Bundesamt für Flüchtlinge und Migration lebten in Deutschland Ende Oktober 73.042 pakistanische Staatsangehörige. Davon seien 8.796 ausreisepflichtig – das ist jeder Achte.