STAND
AUTOR/IN
Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach bei Nürnberg hat die Zusammenarbeit mit dem US-Rapper mit sofortiger Wirkung eingestellt. Das steckt dahinter.

Es hatte sich als gute Ehe angebahnt – aber nach den neuesten antisemitischen Entgleisungen von Kan„ye“ West hat der Sportartikelhersteller Adidas die Zusammenarbeit mit dem Rapper beendet. Das Unternehmen dulde keinen Antisemitismus und auch keine andere Art von Hassrede.

Die jüngsten Äußerungen und Handlungen von Ye sind inakzeptabel, hasserfüllt und gefährlich.

Nach eingehender Prüfung habe das Unternehmen die Entscheidung getroffen, die Partnerschaft mit Ye mit sofortiger Wirkung zu beenden, die Produktion von Produkten der Marke Yeezy einzustellen und alle Zahlungen an Ye und seine Unternehmen zu stoppen.

Zuletzt hatte auch der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, die Aufkündigung des Vertrages gefordert. Grundsätzlich ist der Druck auf Adidas in letzter Zeit gewachsen, die Zusammenarbeit zu beenden. Dass es jetzt so gekommen ist, stößt im Netz größtenteils auf positive Reaktionen.

Ja, @adidas hat die Zusammenarbeit mit Kanye West beendet. Nicht, weil sie sich wirklich gegen Antisemitismus stellen, sondern lediglich weil der öffentliche Druck zu groß war. Was lernen wir daraus? Wenn wir gemeinsam kämpfen, können wir etwas bewegen. #judenhass

Isi_peazy hat dieser Schritt etwas zu lange gedauert.

Adidas hat soeben (nach viel Kritik!) die Zusammenarbeit mit Kanye beendet. https://t.co/CF9DZQlrLa

Michael Barck macht sich Sorgen um den Börsenwert von Adidas – findet die Kanye-Entscheidung aber richtig.

#Adidas Aktie unter 100 Euro... eieiei. Finde die Entscheidung, sich von diesem Rapper-Typen zu trennen, aber völlig richtig.

Kanye West postet immer wieder antisemitische Inhalte

West wurde im Oktober von Instagram und auch von Twitter zumindest vorübergehend gesperrt. Auf beiden Plattformen hatte er Medienberichten zufolge unter anderem antisemitische Kommentare gepostet. Auch seine Ex-Frau Kim Kardashian hatte sich jüngst gegen jegliche Art von Antisemitismus gewandt.

Adidas verliert durch West-Rauswurf Millionen

Die Zusammenarbeit mit Kanye West war für Adidas ein gutes Geschäft, das den Franken jetzt sicher fehlen wird. „Angesichts der starken Saisonalität des vierten Quartals dürfte sich dies kurzfristig mit bis zu 250 Millionen Euro negativ auf den Nettogewinn des Unternehmens im Jahr 2022 auswirken“, teilte Adidas mit.

Adidas sei der alleinige Inhaber aller Designrechte an bestehenden Produkten sowie an früheren und neuen Farbgebungen im Rahmen der Partnerschaft. Weitere Informationen sollen bei der bevorstehenden Bekanntgabe der Ergebnisse zum dritten Quartal des Konzern am 9. November 2022 folgen.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir dir, woher wir unsere Infos haben!

Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

STAND
AUTOR/IN
Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Meistgelesen

  1. Einmalig und ganz besonders Erlebt das SWR3-Weihnachtskonzert 2022 mit Mark Forster

    Wir versüßen euch die schönste Zeit des Jahres: Mit dem SWR3-Weihnachtskonzert mit Mark Forster. Hier gibt’s alle Infos, wie ihr dabei sein könnt!

  2. Heidelberg

    Hauptbahnhof betroffen Bombenentschärfung in Heidelberg: Tausende müssen Häuser verlassen

    Im Heidelberger Stadtteil Bahnstadt ist eine Weltkriegsbombe gefunden worden. Ab dem frühen Morgen wird das Gebiet für die Entschärfung evakuiert.

    SOUNDS SWR3

  3. Test für den Katastrophenfall So laut war die bundesweite Warnung auf dem Handy

    Im Katastrophenfall entscheiden Sekunden. Um die Alarmstrukturen in Deutschland zu testen, wurden am 8. Dezember um 11 Uhr Warn-SMS auf alle Handys verschick – ohrenbetäubend und laut.

    Die Morningshow SWR3

  4. Berüchtigter Waffenhändler kommt frei Russen tauschen US-Basketballerin gegen "Händler des Todes" aus

    US-Basketballstar Brittney Griner ist wieder frei. Im Gegenzug musste Washington einen Russen laufen lassen, dessen Handelsware für den Tod zahlloser Menschen verantwortlich ist.

    PUSH SWR3

  5. Liveblog: Der Krieg in der Ukraine Rückkehr russischer Olympia-Sportler? Innenministerin Faeser ist dagegen

    Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen. Der Krieg hat auch Auswirkungen auf Europa und die ganze Welt. Alle Infos dazu.

  6. Anti-Terror-Einsatz gegen „Reichsbürger“ „Brandgefährlich“: Kommt bald die zweite Festnahme-Welle?

    Am Mittwochmorgen hatte die Polizei mit mehr als 3.000 Leuten gegen die sogenannten „Reichsbürger“ zugeschlagen. Der ersten Aktion könnten weitere folgen.

    Die Morningshow SWR3