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Sie sind den Menschen, die an Covid-19 erkranken, besonders nahe – und leiden darum auch besonders an gefährlichen Falschmeldungen zum Coronavirus: Beschäftigte im Gesundheitswesen warnen jetzt vor einer „Infodemie“.

Es sind krasse Theorien, die im Netz eine große Reichweite bekommen: Kokain helfe gegen das Coronavirus, die Regierung wolle die Weltherrschaft übernehmen und andere Ideen von Verschwörungsfanatikern kursieren da.

Besonders gefährlich: Sie wiegeln andere auf und nehmen jene Menschen mit, die sich gerne anleiten lassen, die ohnehin schon wütend sind und viele, die Ängste haben und sie hinter diesen Falschmeldungen und wütenden Theorien verstecken.

Falschmeldungen aus dem Bundesinnenministerium

Zuletzt hatte ein Mitarbeiter aus dem Bundesinnenministerium von Horst Seehofer (CSU) in einem online veröffentlichten Bericht die Strategie gegen die Pandemie stark angezweifelt.

In dem Schreiben soll es laut dem rechten Online-Magazin heißen, die Pandemie sei ein „Fehlalarm“. „Durch den neuen Virus bestand vermutlich zu keinem Zeitpunkt eine über das Normalmaß hinausgehende Gefahr für die Bevölkerung“, stehe in dieser Mitteilung.

Das Innenministerium nennt das Schreiben eine „eigenständig vorgenommene Analyse“ und „Privatmeinung“ des Mitarbeiters. Nach Informationen des Spiegels ist der Mann von seinen Dienstpflichten entbunden worden.

Bei Demonstrationen am Wochenende mischten sich Verschwörungstheoretiker, Fanatiker und Rechtsextreme unter die Protestierenden. Sie trugen ihre kruden Ideen so auch auf die Straße.

Umstrittene Demonstrationen Destabilisieren die Proteste die Demokratie?

Zum wiederholten Mal haben Menschen in ganz Deutschland am Wochenende gegen die Auflagen demonstriert, die die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen sollen. Politikerinnen und Politiker befürchten, die Proteste könnten die Demokratie schwächen.  mehr...

Gesundheitswesen spricht von gefährlicher „Infodemie“

Nicht zuletzt für die Menschen im Gesundheitswesen bedeuten diese Fake-News eine große Gefahr. Sie sind diejenigen, die die Folgen von Unterschätzung ausbaden müssten.

In einem Brief im Netz fordern Ärztinnen, Ärzte, Pflegende, Virologinnen, Virologen und andere aus dem Gesundheitswesen aus der ganzen Welt Unternehmen wie Facebook, Youtube und Twitter auf, stärker gegen Falschnachrichten vorzugehen.

Sie sprechen auf der Plattform der Organisation Avaaz von einer „Infodemie“, die sich schneller ausbreite als das Virus selbst. Was bisher getan werde, sei „bei weitem nicht genug“.

Deswegen rufen wir heute die Technologieunternehmen dazu auf, sofort und systematisch aktiv zu werden, um die Flut an medizinischen Fehlinformationen sowie die dadurch ausgelöste Gesundheitskrise zu stoppen.

Aus dem offenen Brief auf aavaz.org

Richtigstellungen von Sozialen Netzwerken gefordert

Die Beschäftigten im Gesundheitswesen müssten nicht nur für die Folgen dieser Fehlinformationen aufkommen, sondern würden auch dafür verantwortlich gemacht, heißt es weiter in dem Brief.

Sie wollen, dass Richtigstellungen zu den bereits kursierenden Fehlinformationen veröffentlicht werden. Außerdem sollen die Plattformen ihre Algorithmen „entgiften“, sodass den Userinnen und Usern keine Fake-News mehr bevorzugt angezeigt werden. Wer diesen Brief unterstützen will, kann ihn online unterzeichnen.

Facebook: Kampf gegen Fake-News grade schwierig

Facebook hatte am Freitag mitgeteilt, dass es zurzeit schwierig sei, Fake-News ausreichend zu bekämpfen. Wegen des Coronavirus hätten auch die Sozialen Medien mit Personalmangel und Homeoffice-Einschränkungen zu kämpfen, sagte eine Sprecherin dem Spiegel.

Ende vergangener Woche hatte die Aktivistin und Radiomoderatorin Sophie Passmann in ihrer Instagram-Story erklärt, woran sich Falschmeldungen und Verschwörungstheorien erkennen lassen:

Finde es komplett belasto, dass gerade wieder wildeste Verschwörungstheorien von so frechen Querdenkern wie Attila Hildmann (Hä?) und Ken Jebsen (der lebt noch?!) verbreitet werden. Hier 9 Minuten Wut. CIAOI!

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