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AUTOR/IN
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

So wie Tiffani Adams möchte man mal schlafen können – so aufwachen allerdings nicht: allein, frierend in einem Flugzeug mit verschlossenen Türen.

Rund eineinhalb Stunden dauert in Kanada ein Flug von Toronto nach Quebec. Tiffani Adams ist am 9. Juni auf dieser Strecke unterwegs. Es ist Sonntag und die Maschine ist großteils leer. Adams macht ein Nickerchen.

Wiederkehrende Alpträume

Irgendwann wacht sie auf und ist umgeben von Dunkelheit und Kälte. Das Flugzeug parkt in einer entfernten Ecke des Flughafens. Die Lichter sind aus, die Türen verschlossen und kein Mensch weit und breit. Die Crew hat die schlafende junge Frau beim Aussteigen offenbar übersehen.

Adams schaut auf ihr Handy: Da sind viele Nachrichten eingegangen, doch als sie Hilfe herbeitelefonieren will, gibt der Akku den Geist auf. Air Canada hat die Geschichte mittlerweile selbst auf ihrer Facebook-Seite geteilt. Darin erzählt eine Freundin von Adams die Geschichte:

https://www.facebook.com/aircanada/posts/2367790213268860

Man muss dazu sagen: Adams leidet nach eigenen Angaben ohnehin an einer Angststörung. Seit dem Erlebnis habe sie ständig Alpträume, in denen sie immer wieder allein in einem Flugzeug aufwache, sagt Adams dem Online-Magazin „Onemileatatime“.

Die Tür ist auf, doch bis zum Boden sind es etliche Meter

Irgendwann jedenfalls hat sich Adams durch die Dunkelheit bis ins Cockpit vorangekämpft. Dort entdeckt sie eine Taschenlampe und versucht, mit dem bekannten SOS-Lichtsignal auf sich aufmerksam zu machen: drei kurz, drei lang, drei kurz. Und doch: niemand weit und breit, der sie bemerkt.

Nächster Schritt: Adams schafft es, eine der Flugzeugtüren zu öffnen. Doch der Weg in die Freiheit ist das noch lange nicht. Bis zum Boden sind es etliche Meter. Sie zieht die Gurte aus einem Sitz des Kabinenpersonals – zu kurz.

Dann kommt endlich ein Gepäckfahrer, wird auf sie aufmerksam, wie sie da mit baumelnden Beinen in der offenen Tür sitzt, und befreit sie. Er fragt: „Wie zum Henker haben die Sie vergessen können?“ „Das frage ich mich auch“, sagt Adams.

Der Rest ist erwartbar: Air Canada ist untröstlich und versucht nach eigenen Angaben noch, herauszufinden, was da so schrecklich schiefgelaufen ist. Die Antwort dürfte nicht so schwer zu finden sein. Für Adams aber bedeutet das Versehen der Crew jedenfalls einen Schock, den sie lange nicht vergessen wird.

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Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

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