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Fleisch zum Spottpreis? Damit will Aldi Schluss machen. Bis 2025 soll es beim Discounter kein Fleisch der niedrigsten Stufe eins mehr geben. Doch das reicht dem Discounter noch nicht.

Der Kunde ist bereit“, sagen Aldi Süd und Aldi Nord – bereit, mehr Geld für besseres Fleisch zu bezahlen. Der Plan: Bis 2025 will Aldi aus dem Verkauf von Fleisch der niedrigsten Stufe eins aussteigen. Spätestens ab dem Jahr 2030 will Aldi dann nur noch Frischfleisch von Tieren aus höherwertigen Haltungsformen verkaufen. Das heißt, Fleisch von Tieren aus Außenklima- und Biohaltung beziehungsweise den Haltungsformen drei und vier.

Mehr höherwertiges Fleisch bei Aldi schon in diesem Jahr?

Laut dem Plan wollen die beiden Aldi-Konzerne in diesem Jahr beim Frischfleischverkauf zunächst einen Umsatzanteil von 15 Prozent von Ware aus den Haltungsformen drei und vier anbieten. Bis 2026 soll er auf 33 Prozent steigen.

Eine Einschränkung beim zukünftigen Aldi-Fleisch gibt es

Für alle Fleischprodukte gilt die Umstellung allerdings nicht. Denn ausgenommen bleiben sollen internationale Spezialitäten und der Bereich Tiefkühlware.

Greenpeace und der Deutsche Tierschutzverband loben Aldi

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sprach von einem „Meilenstein“ für die gesamte Branche. Greenpeace sprach von einem „Volltreffer“ und einem „ambitionierten Plan“. Er zeige der gesamten Branche den Weg auf. Andere Ketten müssten nun nachziehen.

Aldis #Haltungswechsel ist ein Meilenstein für mehr #Tierwohl. Was jetzt passieren muss: 🐽 Stallumbauten 🐽 Andere Supermärkte müssen nachlegen #Edeka @lidl @REWE_Supermarkt @kaufland 🐽Haltungsform 3 & 4 muss Standard in der Tierhaltung werden @JuliaKloeckner, Sie sind gefragt! https://t.co/8QJKNnTD0v

Auch der Deutsche Tierschutzbund lobte die Pläne von Aldi. Entscheidend werde jetzt sein, dass andere Handelsunternehmen diesem Schritt von Aldi folgten.

Grünen-Politikerin Renate Künast sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, Aldi habe erkannt, was die Bundesregierung beharrlich ausblende. Nämlich, dass die gesellschaftliche Betriebserlaubnis für die jetzige Form der Tierhaltung abgelaufen sei.

Beim Umbau der #Tierhaltung überholt Aldi mit dem Programm #Haltungswechsel die amtierende Ministerin Klöckner. Mehr muss man über die Landwirtschaftspolitik dieser Bundesregierung nicht wissen. https://t.co/6GcJsGAA9C https://t.co/resnO7nh5S

Kein Billigfleisch mehr bei Aldi – ist das überhaupt realistisch?

Wir gehen davon aus, dass Aldi sein Versprechen sehr ernst meint und einiges in Bewegung setzen wird, um die Umstellung zu sichern“, sagt Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Es werde sicherlich eine Herausforderung, genug Lieferanten an Bord zu holen. Denn der Deutsche Bauernverband und die restliche Agrarindustrie wollten laut der Stiftung den Fortschritt nur mit angezogener Handbremse. Die Stiftung sieht deswegen beispielsweise kritisch, dass es momentan kaum Schweine- und Rindfleisch der Stufen drei und vier gibt. Auch der Großteil der Bio-Ware erfülle nicht das, was Verbraucherinnen und Verbraucher sich vorstellen. Es habe sich eine Art Industrie-Bio etabliert.

Bauernverband will Taten sehen

Auch der Deutsche Bauernverband wägt ab: „Den Worten müssen auch Taten folgen! Die Haltungsstufen 3 und 4 sind aktuell eine absolute Marktnische. Wenn das Angebot in diesem Segment weiterentwickelt werden soll, sind in der Tierhaltung massive Investitionen und vor allem langfristige und verlässliche Liefervereinbarungen erforderlich“, heißt es dort.

Offensichtlich sei der Lebensmitteleinzelhandel aber nun bereit, auch im Einkauf erhebliche Summen aufzuwenden, um mehr Tierwohl angemessen zu honorieren.

„Den Worten müssen auch Taten folgen! Die Haltungsstufen 3 und 4 sind aktuell eine absolute Marktnische", kommentiert DBV-Präsident @JRukwied die Ankündigung von #Aldi, ab 2030 nur noch Fleisch der Haltungsstufen 3 und 4 anzubieten. Mehr: https://t.co/VAjIyA4E5N https://t.co/b0VRTyk29X

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 28. Juli, 02:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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