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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt (Foto: SWR3)

In den USA hat die Arzneimittelbehörde ein neues Medikament zugelassen. Es soll Alzheimer verlangsamen. Aber es kann auch schwere Nebenwirkungen haben.

Die Arzneimittelbehörde FDA hat am Freitag mitgeteilt, dass in den USA eine beschleunigte Zulassung für das neuartige Medikament vergeben wurde. Das Mittel, das unter dem Namen „Leqembi“ auf den Markt kommen soll, sei ein wichtiger Fortschritt für die Behandlung von Alzheimer, hieß es.

Wie wirkt das neue Alzheimer-Medikament „Leqembi“?

Das Medikament soll nämlich nicht nur die Symptome von Alzheimer behandeln, sondern den Krankheitsprozess beeinflussen. Im November war eine Studie dazu veröffentlicht worden. Demnach kann das Mittel das Fortschreiten verlangsamen, wenn es in einem frühen Stadium der Erkrankung eingesetzt wird.

Noch ist nicht geklärt, was eigentlich die Ursache für Alzheimer ist. Es steht aber fest, dass sich in den Gehirnen der Erkrankten Ablagerungen bilden, die die Neuronen mit der Zeit zerstören. Dadurch entsteht der für die Krankheit typische Gedächtnisverlust. In klinischen Studien wurde laut FDA festgestellt, dass der in dem neuen Medikament enthaltene Wirkstoff Lecanemab diese Ablagerungen reduzieren und damit den Krankheitsverlauf verändern kann.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Es gibt aber auch Kritik an dem neuen Medikament. In einer Testreihe wurden rund 850 Alzheimer-Patienten mit dem neuen Medikament behandelt. Dabei wurde festgestellt, dass es für bestimmte Menschen gefährlich werden kann. Bei einigen Patienten kam es zu Nebenwirkungen wie zum Beispiel Hirnblutungen. Außerdem starb mindestens eine Person, die die Behandlung erhalten hatte. Deshalb hat die FDA in ihre Zulassung eine Warnung vor möglichen Blutungen in die Arzneimittelinformation aufgenommen.

Gibt es „Leqembi“ bald auch in Deutschland?

Entwickelt wurde das Medikament von dem japanischen Unternehmen Eisai gemeinsam mit der US-Firma Bioge. Sie wollen die Marktzulassung auch für Europa beantragen. Der Antrag soll bis Ende März abgegeben werden. Wann dann darüber entschieden wird, ist noch unklar.

Laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, die meisten von ihnen haben Alzheimer. Die Krankheit schreitet langsam fort, so dass die Betroffenen ihren Alltag immer schwerer bewältigen können.

Wissenschaftler haben außerdem herausgefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen Alzheimer und Ernährung gibt. Mehr dazu im Video:

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