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Amelie Heß
Amelie Heß (Foto: SWR)
Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

In Berlin ist ein riesiges Aquarium geplatzt. Eine Million Liter Wasser strömten aus dem Gebäude, darin 1.500 Fische. Die Ursache für das Unglück? Noch „völlig unklar“, sagt der Betreiber.

Großeinsatz in Berlin: Gegen 5:45 platzt ein Großaquarium in einem Hotel in Berlin Mitte. Eine Million Liter Wasser strömt aus dem Gebäude, darin 1.500 Fische. Teile des Hotels werden zerstört. Die Feuerwehr twitterte: „Wir sind mit 100 Einsatzkräften im Hotel Dom Aquaree im Einsatz.“ Das Hotel gehört der Radisson-Gruppe. Aufnahmen von dort zeigen dramatische Bilder.

1.000 Tonnen Wasser laufen aus: Heftige Video-Aufnahme aus überschwemmtem Berliner Hotel

Unser Video zeigt einen Zusammenschnitt der Tweets geschockter Hotelgäste:

Bei dem betroffenen Aquarium handelt es sich um das sogenannte Aquadom. Es ist nach Angaben der Betreiber mit einer Wassersäule von 14 Metern das weltweit größte freistehende zylindrisch geformte Aquarium. Insgesamt war es 16 Meter hoch mit einem Fahrstuhl in der Mitte und fasste rund eine Million Liter Salzwasser.

Geplatztes Aquarium: Ursache noch „völlig unklar“, keine Hinweise auf Anschlag

Zwei Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt und kamen ins Krankenhaus. Gegen 10 Uhr bereitete die Feuerwehr laut Tweet den Einsatz von Rettungshunden vor. Hinweise auf einen Anschlag gibt es laut Polizei nicht.

#AquaDom zerborsten. 1 Mio. Liter Wasser ausgetreten und im Gebäude sowie auf der #Karl_Liebknecht_Straße verteilt. Gebäude stark beschädigt. Zwei Verletzte, 35 Personen rettungsdienstlich gesichtet. Einsatz von Rettungshunden wird vorbereitet. https://t.co/iVaozmOPVF

Die Eigentümerfirma des Auqadoms, Union Investment, zeigte sich „bestürzt über das Unglück“. Der Grund für das Zerbersten des riesigen Zylinders sei noch „völlig unklar“. „Wir versuchen uns derzeit in Abstimmung mit Polizei und Feuerwehr vor Ort ein genaueres Bild von der Lage und des entstandenen Schadens zu verschaffen“, sagte Fabian Hellbusch, ein Sprecher der Firma, der Deutschen-Presse-Agentur.

Heute früh ist das Großaquarium „AquaDom“ im Berliner DomAquarée aus bisher unklaren Gründen geplatzt und wurde dabei vollständig zerstört. Dabei wurde ein Hotelangestellter verletzt. Wir sind bestürzt über das Unglück und wünschen der verletzten Person alles Gute.

Auch Polizei und Feuerwehr wollten noch keine Ursache für das Unglück nennen. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sprach von einer möglichen Materialermüdung. „Die Ermittlungen zur Ursache sind natürlich noch nicht abgeschlossen, erste Anzeichen deuten jedoch auf eine Materialermüdung“, sagte sie der Deutsche-Presse-Agentur.

Eine am Bau des Aquariums beteiligte Firma kündigte am Samstag (17.12.) an, sie wolle ein Team zur Untersuchung nach Berlin schicken. Das Unternehmen Reynolds Polymer Technology aus den USA, das nach eigenen Angaben 2002 eine „Zylinderkomponente“ des Tanks hergestellt und installiert hatte, teilte mit: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, den Faktor oder die Faktoren zu bestimmen, die zu einem solchen Riss geführt haben.“

Das Aquarium war erst 2019 und 2020 generalüberholt worden und nach einer Coronapause 2022 wieder eröffnet worden.

Giffey: „Glück im Unglück“

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sprach an der Unglücksstelle von einer „immensen Zerstörung“. Berlin habe aber großes Glück gehabt. „Wenn das Ganze nur eine Stunde später passiert wäre, dann müssten wir über furchtbare menschliche Schäden berichten“, sagte sie und sprach von „Glück im Unglück“.

Giffey rechnet mit „großen Abrissarbeiten“. Statiker müssten nun die Sicherheit der umliegenden Gebäude überprüfen. Viel Wasser sei in die Kanalisation gelaufen, viel aber auch in Keller und benachbarte Einrichtungen wie etwa das DDR-Museum. Zudem müsse geprüft werden, wie es zu dem Unglück gekommen ist. „Der Aquadom ist ja gerade erst saniert worden“, sagte Giffey.

„Wenn das alles nicht um 5.45 Uhr, sondern nur eine Stunde später passiert wäre. Dann müssten wir nun über furchtbare menschliche Schäden berichten.“ ⁦@FranziskaGiffey⁩ in ihrem ersten Statement nach dem Unfall am Morgen. #Aquarium. via ⁦@morgenpost⁩ https://t.co/HcXV7Phy12

Überall tote Fische – Peta will klagen

Rund 1.500 Fische schwammen in dem Aquarium. Sie lägen jetzt überall tot herum, sagen Zeugen. Nach eigenen Angaben konnte die Berliner Feuerwehr im unteren Bereich des zerborstenen Aquariums noch einige Dutzend Fische lebend retten. Auch weitere Fische, die sich in Auqarien im Keller des Hotels befunden hätten, konnten gerettet werden. Alle Tiere würden nun in Zoos und in die benachbarte Unterwasserwelt Sealife gebracht.

Durch die #Spezialkräfte der #Höhenrettung konnten aus dem oberen Konstruktionsbereich des geborstenen Aquariums noch mehrere Dutzend lebende Fische gerettet werden. Aktuell laufen die Pumparbeiten sowie die Beseitigung der Trümmerteile. Übergabe der #Est an @polizeiberlin, @THW https://t.co/IDAm2Bhk5i

Die Tierschutzorganisation Peta will rechtlich gegen die Verantwortlichen des Aquarium vorgehen. „Wir werden Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstatten, weil hier offenbar fahrlässig mit dem Leben von rund 1.500 Fischen umgegangen wurde“, teilte ein Sprecher der Organisation mit. Die Zerstörung des Aquariums sei eine „riesengroße, menschengemachte Tragödie“. Es dürfe nicht wieder aufgebaut werden.

Ein Video-Tweet von 7:40 Uhr:

Still a lot of water coming out #berlin #radissonblu #radisson #hotel #aquarium https://t.co/8ojyFvrH1U

Chaotische Szenen am Unglücksort

Teile der Fassade des Hotels, in dem sich das Aquarium befand, seien auf die Straße geschleudert worden, so die Feuerwehr. RBB-Reporterin Miriam Keuter war vor Ort. Sie schilderte chaotische Szenen:

Feuerwehrleute begutachten die Trümmer in dem beschädigten Hotel an der Karl-Liebknecht-Straße. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Soeder)

Nachrichten „Einrichtungsgegenstände liegen auf der Straße“

Dauer

rbb-Reporterin Miriam Keuter vor Ort in Berlin-Mitte am geplatzten Groß-Aquarium AquaDom.

Sogar zwei seismographische Stationen nahe Berlin zeichneten den Vorfall auf:

Und so sieht es auf dem Seismogramm aus, wenn in #Berlin ein #Aquarium explodiert. Aufgezeichnet an zwei privaten @raspishake-Stationen in Rudow und Lankwitz https://t.co/eqKOifmhCj

Behörden sperren Gebiet um Unglücksstelle großflächig ab

Die Verkehrsinformationszentrale Berlin twitterte am frühen Morgen, die Karl-Liebknecht-Straße, an der das Hotel mit dem Aquarium liegt, sei gesperrt. „Es gibt extrem viel Wasser auf der Fahrbahn. Bisher ist die Ursache noch unklar.“ Später gab es noch größere Absperrungen rund um den Unglücksort.

Die @Berliner_Fw und wir sind in #Mitte im #Einsatz, da dort aus einem Aquarium eines Hotels massiv Wasser austritt. Es fließt auf die Straße. Bitte umfahren Sie den Bereich großräumig. Weitere Informationen folgen. ^tsm https://t.co/VKoheR8wqc

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