Stand
AUTOR/IN
Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Alptraum zwischen Wasser und Land: Ein australischer Angler war tagelang vermisst worden. Jetzt ist klar: Er wurde Opfer eines Krokodilangriffs.

Es war ein Angelausflug mit Freunden: Gemeinsam hatten sie sich am Samstag eine gute Stelle ausgesucht. Sie lag am Kennedy River im Rinyirru National Park im Norden des australischen Bundesstaates Queensland. Zunächst hatten sie noch ein großes Krokodil verscheucht, von denen es dort ziemlich viele gibt. Die Gegend gilt geradezu als verseucht.

Angler in Australien verschwunden – zwei Krokodile schnell unter Verdacht

Einer der Männer, ein 65-jähriger Kneipenwirt, hatte einen Angelplatz nicht weit von den anderen gefunden. Irgendwann hörten seine Freunde ihn dann plötzlich „schreien, sehr laut schreien, gefolgt von einem großen Wasserplatscher“, wie der Polizist Mark Henderson berichtet.

Authorities have recommenced a search and rescue operation for a fisherman who went missing yesterday afternoon in the Kennedy River.Campers fear the fisherman may have been taken by a crocodile, after allegedly hearing a loud scream and commotion near the river bank.#9News pic.twitter.com/vQztD1ZQf2

Seitdem hat man ihn nicht mehr lebend gesehen. Ermittler hatten schon zwei Tage danach zwei Krokodile getötet. Eins war etwa 4,20 Meter und das andere 2,80 Meter lang. Sie lagen nahe der Stelle, an der der Mann verschwunden war. Hier ein Bild von ihm:

Remains of a Far North Queensland publican found inside two crocodiles https://t.co/y9vvBDaL3K

Ermittler finden menschliche Überreste in Krokodil-Bäuchen

Jetzt haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Bei Untersuchungen wurden nach Polizeiangaben menschliche Überreste in beiden Raubtieren gefunden. Man geht davon aus, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der vermisste Angler ist. Henderson spricht von einem „tragischen“ Todesfall. Das Opfer sei „ein sehr netter Kerl“ aus dem 130-Einwohner-Ort Laura gewesen.

Ein Foto vom Uferbereich des Kennedy-River. Absperrband der Polizei markiert die Stelle, an der sich das Unglück ereignet hat:

Krokodil-verseucht: die Unglücksstelle am Kennedy River in Queensland in Australien. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/QUEENSLAND POLICE SERVICE/AAP | Uncredited)
Am Kennedy River in Australien wimmelt es von Krokodilen. Hier wurde ein Angler angegriffen. Seine Überreste wurden jetzt in mehreren Krokodilen gefunden

Wildschutzbeauftragter: „Das ist Krokodilland“

Der Wildschutzbeauftragte von Queensland, Michael Joyce, rief die Menschen auf, sich vor Krokodilen in Acht zu nehmen. Der Norden von Queensland sei „Krokodilland“, warnte Joyce. „Wenn Sie ins Wasser gehen und besonders, wenn Sie in Lakefield ins Wasser gehen, das ausdrücklich zum Schutzgebiet für Krokodile erklärt wurde, sollten Sie in diesem Wasser mit Krokodilen rechnen.“

Erst im März ist ein argentinischer Fischer bei der Arbeit verschwunden. Wiedergefunden wurde er später im Bauch eines Hais.

Einer der in Australien sogar schon mit Krokodilen geschwommen ist, ist Andreas Kieling. Er ist einer der bekanntesten Tierfilmer in Deutschland – seit mehr als 30 Jahren. Im „Talk mit Thees“ spricht er über seine Arbeit und seine eindrücklichsten Erlebnisse mit Bären, Primaten und Elefanten.

SWR3 Talk Mit Thees (Foto: SWR, Imago Star Media)

Talk mit Thees Andreas Kieling: „Sich auf zwei Beine stellen, heißt immer aggressiv sein.“

Dauer

Einer der renommiertesten Tierfilmer seit 30 Jahren. In 3 neuen Filmen aus der Reihe Terra X blickt er zurück auf seine eindrücklichsten Erlebnisse mit Bären, Primaten und Elefanten. Seine tollen Bilder haben manchmal einen hohen Preis wie Erfrierungen oder Schneeblindheit. Die Eifel ist sein Zuhause, aber ursprünglich kam er aus der DDR. Hier erzählt er auch von seiner spektakulären Flucht, auf der er von Grenzsoldaten angeschossen wurde.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir dir, woher wir unsere Infos haben!

X ist ein soziales Netzwerk aus den USA und wird häufig von Politikern oder Journalisten genutzt. Bis zu seiner Umbenennung hieß das Netzwerk Twitter. Auch Unternehmen und Vereine sind auf X aktiv. Sie schreiben Beiträge (früher: Tweets) mit wichtigen Infos über sich selbst. Ein solcher Beitrag kann dadurch zu einer Nachrichtenquelle für uns werden. Wir prüfen natürlich, ob das Profil und der Beitrag echt sind. Seit Elon Musk das soziale Netzwerk gekauft hat, ist das allerdings schwieriger geworden. Deshalb sind wir sehr vorsichtig mit Informationen, die ausschließlich über X verbreitet werden.

Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

Meistgelesen

  1. Berlin

    Unerwartete Hilfe in Not Taxifahrer mit großem Herzen: So rettet er den 14-jährigen Lenny in Berlin

    Am Ende ist es eine Geschichte mit Happy End in Berlin, die Lenny, seine Mutter Andrea und Taxifahrer Maschid Aso wohl noch Jahre erzählen werden.

  2. Nahostkrieg Deutsche Fregatte wehrt ersten Huthi-Angriff im Roten Meer ab

    Nach dem Angriff der Hamas auf Israel entwickelte sich ein Krieg in Nahost. Hier gibt es die wichtigsten News zum Nahost-Konflikt und der Lage im Gazastreifen im Live-Ticker.