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Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium bekommen künftig einen Biomarker-Test von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Ein entsprechender Beschluss gilt seit Freitag. Wir erklären, wann so ein Test hilfreich ist.

Was passiert bei so einem Biomarker-Test?

Bei dem Test wird die Aktivität verschiedener Gene in Krebszellen untersucht. Aus den Ergebnisse kann dann abgeleitet werden, wie hoch das Risiko ist, dass der Tumor zurückkommt.

Wem bringt so ein Test etwas?

Ein sogenannter Biomarker-Test – auch Oncotype DX Breast Recurrence Score genanntwird vor allem bei Patientinnen angewandt, die eine bestimmte Form von Brustkrebs in einem frühen Stadium haben. Voraussetzung ist, dass der Tumor bestimmte Eigenschaften hat: Er muss empfindlich für Hormone wie Östrogen und Progesteron sein, darf aber keine Andockstellen für Wachstumsfaktoren aufweisen. Der Test eignet sich also nicht für jede Patientin mit Brustkrebs.

Wann macht so ein Test Sinn?

Dann, wenn noch nicht ganz sicher ist, ob eine Chemotherapie nach einer Operation sinnvoll ist. Denn: Bei frühem Brustkrebs kann ein Tumor oft durch Operation vollständig entfernt werden. Danach ist es aber trotzdem möglich, dass Krebszellen unentdeckt im Körper bleiben und Jahre später erneut einen Tumor hervorrufen. Dagegen kann wiederum eine Chemotherapie helfen. Sie verringert die Gefahr, dass sich ein neuer Tumor bildet etwa um ein Drittel. Aber: Sie kann erhebliche Nebenwirkungen auslösen.

Wie viele Frauen betrifft das?

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 70.000 Frauen neu an Brustkrebs – bei geschätzt 20.000 Frauen können Ärzte aber keine klare Empfehlung für oder gegen eine Chemotherapie geben.

Wird der Test in jedem Fall übernommen?

Der Test komme nur dann in Frage, wenn sich eine sichere Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie treffen ließe – hieß es in der Erklärung weiter. Sei das nicht der Fall, würde ein solcher Test auch nicht von den Krankenkassen übernommen.

Was kostet so ein Test privat?

Der Oncotype DX Breast Recurrence Score Test ist in Deutschland seit 2009 erhältlich. Die Kosten, die bisher privat getragen werden mussten, belaufen sich auf rund 3.000 Euro pro Stück.

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