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Der Preis für medizinische Schutzausrüstung ist in die Höhe geschnellt, bereits bestellte Ware wird nicht geliefert, das verfügbare Material ist häufig mangelhaft und neue, oft unseriöse Anbieter versuchen, von der Coronavirus-Krise zu profitieren.

Sie brauchen Atemschutzmasken, Handschuhe und Schutzanzüge. Medizinisches Personal ist darauf angewiesen, dass es sich bei der Behandlung mit dem Coronavirus Infizierter ausreichend schützen kann. Nur wer selbst sicher ist und gesund bleibt, kann anderen helfen.

Eine Atemschutzmaske für 13 Euro

An dieser Notwendigkeit wollen sich offenbar zunehmend manch skrupellose Menschen bereichern. 45 Cent für eine hochwertige Atemschutzmaske – das war der Preis, den Zwischenhändler in Deutschland noch bis Mitte Februar zahlen mussten.

Dann explodierte der Preis förmlich. Plötzlich sollen Masken mit Filter mehr als 13 Euro kosten – pro Stück, und das von namhaften Pharmagroßhändlern. Lieferungen, die langfristig vereinbart waren, fallen teilweise einfach aus. Kliniken, Apotheken und Pflegedienste bekommen außerdem jede Menge unseriöser Angebote von Firmen, die vor der Pandemie zum Beispiel Kinderspielzeug und Modeschmuck aus China importiert haben.

Lauterbach fordert zentrale Bundesagentur

Häufig würden auch Schutzmasken mit gefälschten Zertifikaten angeboten. Kritik gibt es in der Medizinbranche an der Bundesregierung und den Landesregierungen. Es gebe bis jetzt keine Koordinierung. Von den Ämtern kämen – anders als versprochen – bisher kaum Lieferungen. Das Bundesgesundheitsministerium hat angekündigt, Schutzkleidung jetzt zu festen Preisen ankaufen zu wollen.

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach aber forderte im Gespräch mit WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung, dass der Bund auch die Produktion zentral steuern müsse, über eine Bundesagentur, die Firmen in Deutschland beauftragt. Aus seiner Sicht könnten so in wenigen Monaten etwa ausreichend Atemschutzmasken hergestellt werden, ohne auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen zu sein.

Ärztegewerkschaft: Deutschland hat nur Chance mit gesundem Medizin-Personal

Auch die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert, die in der Coronavirus-Krise fehlende Schutzkleidung in Deutschland herzustellen, anstatt weiter vergeblich auf Lieferungen aus dem Ausland zu warten. Die Vorsitzende Susanne Johna sagte im SWR, hier sei die Unterstützung der Industrie gefragt. Es gebe genügend Unternehmen mit guten Ideen, die jetzt klare Aufträge und das nötige Material brauchten, um schnell mit der Produktion beginnen zu können.

Das deutsche Gesundheitssystem habe nur eine Chance, die wachsende Belastung durch Coronavirus-Notfälle zu stemmen: Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte müssten gesund bleiben. Darum müsse die Herstellung von Schutzkleidung Priorität haben, sagte Johna im SWR.

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