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Niemand weiß, ob Donald Trump wiedergewählt wird oder nicht. Viele befürchten aber, er könne eine Niederlage schlicht nicht anerkennen. Gegner Biden hat schon eine Idee, was dann passieren könnte.

Donald Trumps Chancen auf eine Wiederwahl am 3. November werden derzeit geringer, so viel ist sicher: Die Corona-Pandemie hat seine Hoffnungen zerstört, durch den Wirtschaftsaufschwung all die anderen Sünden vergessen zu machen, die seine Amtszeit prägen.

Was der Streit um die Briefwahl bedeutet

Die Rassenunruhen nach dem Tod des Polizeiopfers George Floyd (selbst in Deutschland gab es Proteste) bringen große Teile des Landes gegen Rassisten und Rechtsextremisten auf – eine Klientel, die der US-Präsident bisher geschont, wenn nicht gar umworben hat.

Ende Mai passierte, was viele Experten – auch in Deutschland – aufhorchen ließ: Da behauptete Trump plötzlich, die Wahl per Brief sei nichts anderes als Wahlbetrug. Kaliforniens Gouverneur Gary Newsom hatte kurz zuvor den Kaliforniern angeboten, wegen der Corona-Krise ausschließlich per Briefwahl abzustimmen. Trump warf ihm vor, die Wähler betrügen zu wollen – ein Vorwurf, den viele als grotesk empfinden.

Wirft Trump anderen Wahlbetrug vor, weil er ihn selbst plant?

Warum aber behauptet Trump so etwas, haben sich viele gefragt – und die mögliche Antwort jagt vielen eine Gänsehaut über den Rücken: Bereitet der Präsident eine Art Putsch vor, wie ein drittklassiger Diktator in einer Bananerepublik? In manchen Dritte-Welt-Diktaturen ist es gang und gäbe, dass Präsidenten Wahlniederlagen nicht anerkennen und schlicht behaupten, sie hätten gewonnen. Die Folge sind oft blutige Konflikte.

Aber in den USA? Doch selbst in Deutschland finden viele Experten keine andere Antwort auf die Frage, warum Trump seinerseits ohne Grund behauptet, demokratische Gouverneure wie Newsom wollten betrügen: Er sagt es demnach, um schon jetzt eine Entschuldigung für seinen eigenen Wahlbetrug vorzubereiten, so die Befürchtung.

Biden: Notfalls eskortiert ihn die Armee aus dem Oval Office

Die teilt auch Trumps mutmaßlicher Herausforderer Joe Biden: „Meine größte Sorge: Dieser Präsident versucht, diese Wahl zu stehlen“, so Biden in einer Folge der Sendung The Daily Show with Trevor Noah.  

Doch Biden hat eine überraschende Antwort auf die Frage, was passieren könnten, falls Trump sich wirklich weigert, das Präsidentenamt aufzugeben, falls er nicht wiedergewählt wird: Biden glaubt, dass das Militär einschreiten könnte, um eine friedliche Machtübergabe zu gewährleisten. „Ich bin absolut überzeugt, dass sie ihn sehr schnell aus dem Weißen Haus eskortieren würden“.

Generäle wenden sich von Trump ab

Trump selbst hatte während der Unruhen versucht, das US-Militär gegen die Demonstranten und Randalierer einzusetzen – vergeblich: Mehrere Vier-Sterne-Generäle, Ex-Verteidigungsminister und sogar sein derzeitiger Pentagonchef erklärten, Trump sei auf dem Holzweg. Nichts, was da passiere, sei ein Fall für die Armee. Generalstabschef Mark Milley, der Trump bei einem umstrittenen Auftritt vor einer Washingtoner Kirche begleitete, sagt mittlerweile offen, er „hätte da nicht dabei sein sollen“.

Im Weißen Haus stellt man das alles anders dar: Bidens Aussage sei „lächerlich“, sagte Pressesprecherin Kayleigh McEnany dem Trump gewogenen Sender Fox News: „Überlassen Sie es den Demokraten, dort hinauszugehen und sich in Szene zu setzen und diese Verschwörungstheorien vorzubringen.“ Viele dürften froh sein, falls das stimmt.

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