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Cornelia Stenull (Foto: SWR3)

Wer darf als nächstes Astronauten zum Mond bringen? Eigentlich gab die Nasa SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk den Zuschlag. Dagegen klagt jetzt Amazon-Gründer Jeff Bezos mit seinem Unternehmen Blue Origin.

Zum ersten Mal seit 1972 will die Nasa wieder Astronauten auf den Mond bringen. Dafür hatte die US-Raumfahrtbehörde eine Ausschreibung gestartet mit dem Ziel: Die Entwicklung einer neuen Landefähre für bemannte Mondmissionen. Den Zuschlag dafür bekam Mitte April das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk. Der Tesla-Chef kommentierte das begeistert auf Twitter.

🚀🖤💫 NASA Rules!! 💫🖤🚀 https://t.co/hmeGx2peZ6

Blue Origin von Jeff Bezos klagt wegen „fehlerhafter" Ausschreibung

Gegen diese Vergabe klagt jetzt unter anderem das US-Raumfahrtunternehmen Blue Origin, das von Amazon-Gründer Jeff Bezos unterstützt wird. Die Ausschreibung sei „fehlerhaft“ gewesen und die Nasa habe wichtige Vorgaben erst „in letzter Minute“ formuliert, hieß es in der Begründung des Widerspruchs beim US-Rechnungshof.

Die Entscheidung für SpaceX von Elon Musk zerstöre die Wettbewerbsmöglichkeiten und sie „verzögert nicht nur, sondern gefährdet auch Amerikas Rückkehr zum Mond“ bis zum Jahr 2024, warnte das Unternehmen von Amazon-Gründer Bezos.

SpaceX-Chef Musk macht sich über Bezos Blue Origin lustig

SpaceX-Chef Musk machte sich daraufhin auf Twitter über den Einspruch von Blue Origin lustig: Anders als sein Unternehmen habe der Konkurrent noch nicht einmal den Orbit erreicht.

@kchangnyt Can’t get it up (to orbit) lol

Musks neuester Raumfahrt-Erfolg liegt auch gerade erst wenige Tage zurück: Am 24. April hatten vier Astronauten an Bord der „Crew-Dragon“-Raumkapsel „Endeavour“ an der ISS angedockt. Damit brachte SpaceX zehn Astronauten in rund einem Jahr zur ISS, nachdem das Unternehmen zuvor nur Fracht transportiert hatte.

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Zuschlag von Nasa an SpaceX wohl ungewöhnlich

Dass SpaceX als einziges Unternehmen den Zuschlag für den 2,9 Milliarden Dollar (2,42 Millarden Euro) schweren Auftrag bekam, ist wohl ungewöhnlich. Normalerweise wählt die Nasa mehrere Unternehmen aus, um bei einem Ausfall nicht mit leeren Händen dazustehen. Analysten sehen in dem Bruch der Tradition ein weiteres Zeichen für das Vertrauen der Raumfahrtbehörde in SpaceX.

Elon Musk und SpaceX wollen zum Mond (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/dpa-pool | Britta Pedersen)
Elon Musk und SpaceX wollen zum Mond picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/dpa-pool | Britta Pedersen

Mondmission startet 2024 als Teil des Artemis-Programms der Nasa

Die neue Mondmission, als Teil des Artemis-Programms der Nasa, soll 2024 starten. Sie gilt als Sprungbrett für einen ersten bemannten Flug zum Mars. Bei der Mission sollen vier Astronauten mit dem Raumfahrzeug „Orion“ in die Mondumlaufbahn gebracht werden, wo zwei von ihnen für den Endanflug zum Mond auf das Landegefährt von SpaceX umsteigen werden. Ziel ist es demnach, ein vollständig wiederverwendbares Start- und Landesystem zu entwickeln, das für Flüge zu Zielen wie dem Mond und dem Mars eingesetzt werden kann.

Die beiden Astronauten sollen vor ihrer Rückkehr zur Erde die Mondoberfläche etwa eine Woche lang erkunden. Mindestens einer der beiden Crewmitglieder soll erstmals eine Frau sein.

Außerdem will die Nasa im Rahmen des Artemis-Programms den ersten nicht-weißen Menschen auf die Mondoberfläche bringen. Die USA brachten als bislang einziges Land mit den Apollo-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.

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