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„Schluss mit der Plastikflut“ – das fordert ein Bündnis von Umweltorganisationen und weiteren Verbänden von der Bundesregierung. Sie wollen, dass Deutschland weniger Plastik und damit auch weniger Verpackungsmüll produziert. Und zwar viel weniger. Dazu gibt es 15 konkrete Forderungen.

56 Seiten ist der Forderungskatalog lang, den Umweltorganisationen formuliert haben – darunter der BUND, die Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace und die Heinrich-Böll-Stiftung. Sie alle haben sich zu einem Bündnis zusammengetan, das die Bundesregierung dazu auffordert, „die Plastikflut zu stoppen“, wie es in dem Papier heißt.

Deutschland sei nämlich Europameister beim Verpackungsmüll – und damit komme Deutschland auch eine „besondere Verantwortung“ zu, global zur Lösung des Problems beizutragen. Gemeint ist damit die Klimakrise.

Plastik ist de facto nicht nur ein Problem für unsere Umwelt und die Tiere, die darin leben – der Stoff wurde in Form von Mikroplastik auch schon im Blut von Menschen nachgewiesen.

Wie viel recycelt Deutschland wirklich?

Kritiker berufen sich bei diesem Vorwurf häufig darauf, dass Deutschland europaweit nicht nur Spitzenreiter ist, was Plastikmüll, sondern auch was das Mülltrennen und Recycling angeht. Aber was ist dran, an diesem Gegenargument? Wie viel Plastik wird in Deutschland wirklich recycelt? ARD-Reporterin Juliane Fliegenschmidt klärt auf.

Diese 15 Forderungen stehen in dem Papier

Die Maßnahmen, die es in Deutschland bisher gibt, um Plastik zu sparen, reichen dem Bündnis aber nicht. Deshalb hat es diese 15 konkreten Forderungen gestellt:

1. Es soll grundsätzlich weniger Kunststoff verbraucht werden.

2. Hersteller und die, die Kunststoff in Umlauf bringen, sollen für die Schäden haften, die der Kunststoff in der Natur anrichtet.

3. Es soll mehr Klartext geredet werden. Heißt: Die Bundesregierung soll auf der einen Seite für mehr Aufklärung sorgen, was Kunststoff anrichten kann. Auf der anderen Seite soll die Politik mehr Transparenz in das Thema bringen.

4. Deutschland soll mit den anderen Staaten der Welt ein Abkommen schließen, das regelt, wie gegen die „Kunststoff-Flut“ angegangen werden kann – und was sich ändern muss.

5. Einwegplastikprodukte sollen in Deutschland komplett gestoppt werden.

6. Das Design von Produkten soll nachhaltig sein.

7. Produkte sollen künftig ohne den Ausstoß von Schadstoff hergestellt werden.

8. Primäres Mikroplastik, also beispielsweise kleine Plastikteilchen in Duschgels, sollen prinzipiell verboten werden.

9. In der Logistik soll der Kunststoffeinsatz eingedämmt werden, also zum Beispiel bei der Verpackung von Waren.

10. Die Freisetzung von Mikroplastik durch Kunststoffnutzung soll verhindert werden. Damit ist gemeint, dass vermieden werden soll, dass Mikroplastik in die Umwelt gelangt, weil wir Plastik verwenden. Das passiert zum Beispiel, wenn wir Kleidungsstücke wie Fleecejacken waschen und kleine Kunststoffteilchen darüber ins Wasser gelangen – und damit in die Umwelt.

11. Mehrweg-Artikel sollen vor Einwegartikeln Vorrang haben.

12. Der Kunststoffeintrag auf See soll begrenzt werden. Dabei geht es zum Beispiel um sogenannte synthetische Dolly Ropes, also Fischernetze aus Kunststoff. Auch durch solche Hilfsmittel von Fischern gelangt Plastik ins Meer.

13. Außerdem soll jeglicher Abfall mehr vermieden werden. Dieser Punkt beinhaltet auch bessere Recyclingmethoden und -quoten. Außerdem geht es dabei darum, zu verbieten, Müll in andere Länder – wie Malaysia – zu verschicken, die schlechtere Anlagen haben als Deutschland – wodurch mehr Müll in der Umwelt landet.

14. Dabei geht es nicht nur um Plastik, sondern vielmehr um fossile und nachwachsende Rohstoffe: Sie sollen in Zukunft nur noch weniger eingesetzt werden dürfen.

15. Außerdem will das Bündnis ein Verbot des Einsatzes von gesundheits-, umwelt- und klimagefährdenden Schadstoffen bei der Herstellung von Kunststoffen als Grundstoff. Damit sind Stoffe gemeint, die bei der Herstellung von Kunststoffen beigesetzt werden, um dem Kunststoff selbst bestimmte Eigenschaften wie besondere Biegsamkeit zu verleihen.

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