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Franziska Thees
Franziska Thees (Foto: SWR3)

Marcel ist mit 29 Jahren schon lange kein kleiner Junge mehr, und trotzdem fährt er leidenschaftlich Bobbycar – in Motorradklamotten und für den „ultimativen Adrenalinkick“. Glauben wir sofort, wenn wir die Bilder sehen!

Den Berg runter auf dem Bobbycar in unfassbarer Geschwindigkeit: So hat sich der 29-Jährige Marcel Paul aus Hessen voraussichtlich einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde gesichert.

Nach zwei Probeläufen raste der 29-Jährige mit 130,7 Stundenkilometern in dem Ort Schotten einen Abhang auf einer Landstraße hinunter. Nach Angaben der Organisatoren stellte er damit einen Geschwindigkeitsrekord auf.

Beim ersten Probelauf erreichte er 126,58 km/h, dann 128,39 km/h.

Das ist einfach nur mega, dass ich die 130 km/h noch in meinem dritten und letzten Lauf geknackt habe.

Posted by Marcel Paul on Sunday, May 29, 2022

Bobbycar-Rennen: Wie viel halten die Reifen aus, bevor sie schmelzen?

Wem mal so richtig schlecht werden will – oder wer Marcel Paul feiern will: Hier ist das Onboardvideo von einem Probedurchlauf, da waren es „nur“ 109.36 km/h:

Bobbycar: Bremsen geht nur mit den Füßen

Vor dem Rekordversuch sagte Marcel Paul, er möchte an die Belastungsgrenze des Materials gehen. „Mal sehen, wie viel die Reifen aushalten, bevor sie schmelzen.“ In einem Interview in der Frankfurter Rundschau erzählte der junge Fahrer, er habe einige Wochen auf einem 850 Meter langen Feldweg bei seinem Heimatort Mittel-Seemen in Hessen geübt.

Elf Prozent Gefälle hatte die Trainingsstrecke: „Es geht vor allem darum, eine aerodynamische Lage hinzubekommen und das Bremsen zu üben“. Weil Bobby-Cars keine Bremsen haben und auch keine nachgerüstet werden dürfen, muss Marcel Paul mit den Füßen bremsen. Dafür hat er sich unter ein Paar Schuhe Gummi von alten Motorradreifen geklebt.

Auch mit handelsüblichem Bobbycar Rekord gefahren

Auf einem handelsüblichen Bobby Car auf Plastikreifen kam der Hesse mit 106,01 km/h ins Ziel. Damit hat er auch hier seine eigenen Erwartungen übertroffen: „Ich dachte, dass ich damit höchstens 80 bis 90 km/h erreichen werde“, sagt er. Doch die 1,5 Kilometer lange Landstraße mit 15 Prozent Gefälle hat dem Bobby Car-Rennfahrer deutlich mehr Schubkraft verliehen als gedacht.

Die beiden Maximalgeschwindigkeiten – 130,72 km/h auf dem getunten und 106,01 km/h auf dem klassischen Bobby-Car – wurden vom obersten Rekordrichter vom Rekord-Institut für Deutschland anerkannt. Damit hofft Marcel Paul auf einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde.

Vierfacher Bobbycar-Weltmeister

Marcel Paul fing schon mit zwölf Jahren an, Bobby Cars umzubauen. Er nimmt seit mehr als 15 Jahren an Bobbycar-Wettbewerben teil und ist vierfacher Weltmeister im Bobbycarfahren.

Seine erste und einzige Verletzung habe er sich 2006 zugezogen – ein Bänderriss, wie Paul der Zeitung Krone sagte.

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Franziska Thees (Foto: SWR3)

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