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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

In Petrópolis suchen Helfer unter Trümmern und Schlamm nach Vermissten. Die Gegend im Bergland von Rio de Janeiro ist geprägt von deutschen Einwanderern.

Nach tagelangen, heftigen Regenfällen in Brasilien hat es in der Gegend um die Metropole Rio de Janeiro Überflutungen und Erdrutsche gegeben. Besonders betroffen war die Stadt Petrópolis im Hinterland von Rio. In der bergigen Region leben viele ausgewanderte Deutsche.

Mittlerweile haben die Rettungsmannschaften in den Schlammlawinen schon mindestens 117 Tote gefunden – unter den Opfern waren laut brasilianischer Medien auch 13 Kinder. Der Bürgermeister von Petrópolis fürchtet, dass es noch mehr Tote geben könnte, weil noch viele Menschen vermisst werden.

Es gab aber auch Überlebende. Feuerwehr und Einwohner von Petrópolis haben 24 Überlebende gefunden und gerettet. Twitter-User Nicholas Omonuk postete Bilder aus Petrópolis und schrieb: „Glaubt ihr jetzt, dass wir eine Klimakrise haben, die wir bekämpfen müssen?

At least 94 people died in the historic Brazilian mountain town of Petropolis. Can't you see that there is a Climate Crisis and we have to Fight it. https://t.co/6TflVH3hVg #ClimateBrawl #ClimateCrisis #ClimateAction https://t.co/zWvySTO4UK

Mindestens 80 Häuser wurden von einer Schlammlawine mitgerissen, mehr als 180 Bewohner von Risikogebieten wurden in Schulen untergebracht, 372 Menschen wurden obdachlos.

Brasilien: Monats-Regenmenge in wenigen Stunden

Am Dienstag hat es in der Gegend in nur sechs Stunden so viel Regen gegeben, wie sonst im ganzen Februar, berichtete der Wetter-Sender Climatempo. „Es war der schlimmste Regen in Petrópolis seit 1932“, sagte auch Gouverneur Cláudio Castro.

Hänge rutschten ab, Autos wurden von den Wassermassen mitgerissen, Straßen waren blockiert. „Es ist fast eine Kriegssituation“, sagte Castro. Der Gouverneur von Rio fuhr nach Petrópolis, um sich ein Bild von der Lage zu machen, twitterte sein Büro.

⚠ Atenção, pessoal! O governador Claudio Castro já está em Petrópolis para acompanhar os trabalhos do @cbmerjoficial e outros órgãos estaduais, devido às fortes chuvas que atingem a cidade de Petrópolis, desde a tarde desta terça-feira (15/2). (+) https://t.co/U80W7Vhbvs

In den ersten drei Monaten eines Jahres gibt es in Rio und der Region immer wieder heftige Regengüsse. Dabei gibt es immer wieder Tote und Verletzte, weil viele Bewohner ihre Häuser illegal an erdrutschgefährdete Berghänge gebaut haben.

In vielen Städten sind Abwasser- und Kanalsysteme auch nicht mitgewachsen – viele Kommunen stecken auch kein Geld in sanitäre Einrichtungen, Entwässerung, Hochwasser- und Hangschutz.

Region Petrópolis immer wieder von Unwettern betroffen

Vor elf Jahren gab es im Bergland von Rio schon mal eine schlimme Unwetterkatastrophe. Damals starben mehr als 900 Menschen. Und auch damals war die 300.000-Einwohner-Stadt Petrópolis betroffen – die Überschwemmungen und Erdrutsche damals galten als die schlimmste Unwetterkatastrophe in der Geschichte Brasiliens.

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Radionachrichten 7. August, 21:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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