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Die Corona-Zahlen steigen und die Kanzlerin will jetzt schon am Mittwoch mit den Ländern über eine stärkere Eindämmung beraten. Der Mehrheit der Deutschen schwant: Das Land wird zumindest teilweise wieder heruntergefahren.

Eigentlich hätte das Treffen Angela Merkels (CDU) mit den Ministerpräsidenten erst am Freitag stattfinden sollen. Doch es pressiert, denn die Neuinfektionen steigen munter weiter: Die Gesundheitsämter meldeten am Dienstag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 11.409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 6.868 gelegen.

Schulen und Kitas sollen angeblich offen bleiben

Allen sei bewusst, „dass dabei jeder Tag zählt“, so Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Kanzleramt will jetzt nach Bild-Informationen bei der vorgezogenen Bund-Länder-Runde am Mittwoch für mögliche weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens werben.

Demnach geht es um einen „Lockdown light“, denn: Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr sollten Schulen und Kitas dann jedoch weiter geöffnet bleiben, außer in Regionen mit katastrophal hohen Infektionszahlen, berichtete die Zeitung am Montagabend.

Wird die Gastronomie der große Corona-Verlierer?

Auch der Einzelhandel solle mit neuen Einschränkungen offen bleiben. Laut Bild will das Kanzleramt aber vor allem bei Gastronomie und Veranstaltungen hart vorgehen.

Strobl fordert kurzen, scharfen Komplett-Lockdown

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl fordert derweil bei einer weiteren Verschärfung der Corona-Lage einen gut einwöchigen Lockdown in Deutschland: „Wenn die Zahlen sich weiter so entwickeln, dann müssen wir Maßnahmen in den Blick nehmen, etwa, dass wir auch einmal für eine Woche alles dichtmachen, dass von Freitag bis Sonntag die Woche drauf gar nichts mehr geht“, sagte der baden-württembergische Innenminister dem Nachrichtenportal The Pioneer vom Dienstag.

Auf die Frage, ob die Schließung auch Schulen, Kitas und Geschäfte betreffen würde, sagte Strobl: „Alles heißt alles.“ Das bedeute auch Einschränkungen im Grenzverkehr.

Zwei Drittel der Deutschen rechnen mit Schließungen

Damit könne man das Infektionsgeschehen zum Stillstand bringen, argumentierte Strobl. Der Vorteil dieser „sehr, sehr harten“ Lösung wäre die zeitliche Begrenzung. Der CDU-Politiker betonte aber auch, dann wären ein Weihnachtsgeschäft und eine gemeinsame Weihnachtszeit mit der Familie wieder möglich.

Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen bereits mit Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen: In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 63 Prozent, dass sie einen solchen Lockdown erwarten. Nur 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machten keine Angaben.

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