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Vanessa Valkovic (Foto: SWR3)

Die AfD fehlt bei namentlichen Abstimmungen im Bundestag am häufigsten, dicht gefolgt von der FDP und der Linken. Fraktionsvorsitzende Weidel bestreitet das – ihr Parteikollege schlägt andere Töne an.

Die AfD schimpfte auf die anderen – und trat mit dem Versprechen an, es besser zu machen: Bei ihrem Einzug in den Bundestag im Jahr 2017 kritisierte die Partei das häufig leere Plenum im Bundestag. Zwei Jahre später ist ausgerechnet die AfD die Partei mit der größten Fehlquote. Das zeigt eine Analyse des ARD-Politikmagazins „Kontraste“. Dabei wurden 66 namentliche Abstimmungen seit Mitte Oktober 2018 ausgewertet.

AfD fehlt rund ein Viertel mehr als der Durchschnitt

Die AfD kommt demnach auf eine Fehlquote von 13,57 Prozent bei namentlichen Abstimmungen – das ist rund ein Viertel mehr als der Durchschnittswert aller Abgeordneten, der bei 10,73 Prozent liegt.

Fraktionsvorsitzende Alice Weidel bestritt auf Nachfrage des Magazins die hohe Abwesenheit ihrer Partei: „Hat sie doch überhaupt nicht, die anderen sind doch deutlich höher abwesend. Ich weiß nicht, welche Statistik sie haben.“ Ihr Fraktionskollege Hansjörg Müller räumte aber ein, man habe gelernt, dass die eigentliche Arbeit von Bundestagsabgeordneten gar nicht im Plenum stattfände – insofern sei seine Partei inzwischen in der Realität angekommen.

Unions-Abgeordnete fehlen am wenigsten

Neben der AfD zeigen sich auch bei den Bundestagsabgeordneten von FDP und Linke hohe Fehlquoten: Die FDP lag bei 12,95 Prozent und die Linke bei 12,74 Prozent. Die Fehlzeiten der anderen Parteien liegen unterhalb des Durchschnittswerts: Die SPD lag bei 10,39 Prozent und die Grünen bei 9,16 Prozent. Die geringste Fehlquote hatte die Union aus CDU und CSU mit nur 8,64 Prozent.

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