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Die Bundesanwaltschaft hat zwei ehemalige Bundeswehrsoldaten festnehmen lassen. Ihnen wird vorgeworfen, eine terroristische Vereinigung gründen zu wollen. Sie sitzen in Untersuchungshaft, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.

Arend-Adolf G. und Achim A. wollten eine 100 bis 150 Mann starke Söldnergruppe auf die Beine stellen – und das Kommando über die Gruppe übernehmen. Mit dieser Gruppe hätten sie den Bürgerkrieg im Jemen beenden wollen, heißt es von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Was auf das erste Hinhören eigentlich ganz vernünftig klingt, hat es aber in sich. Denn die Truppe wäre aus mehreren Gründen eine terroristische Vereinigung. Einer der beiden Männer habe sehr hartnäckig versucht, für die Finanzierung der Truppe Geld von der Regierung in Saudi-Arabien zu bekommen.

Die Saudis hätten das aber eiskalt ignoriert, teilte die Behörde mit. Vermutlich auch deswegen, weil die beiden eine Bezahlung von 40.000 Euro im Monat pro Mitglied der Truppe herausschlagen wollten. Die Truppe hätte also bis zu 6 Millionen Euro im Monat verschlungen.

Söldnergruppe: Schon sieben Menschen kontaktiert

Einer der beiden Männer sei für das Rekrutieren der Söldner verantwortlich gewesen. Er habe schon mit sieben Menschen Kontakt aufgenommen. Die Truppe sollte laut der Ermittler vor allem aus ehemaligen Bundeswehr-Angehörigen und früheren Polizisten bestehen.

Nicht nur die fragwürdige Finanzierung der Truppe ist für die Bundesanwaltschaft von Bedeutung, sondern auch das geplante Vorgehen der Männer. Sie wollten im Jemen die Huthi-Rebellen und die Regierung zu Friedensverhandlungen führen.

Dabei sei den beiden auch bewusst gewesen, dass dafür Menschen sterben müssten, teilte die Bundesanwaltschaft mit. „Zudem rechneten sie damit, dass im Zusammenhang mit Kampfhandlungen auch Zivilisten getötet und verletzt werden würden.

Einheit wollte als „privates Militärunternehmen“ weitermachen

Nach dem Einsatz im Jemen sollte die Söldnergruppe weiter als „privates Militärunternehmen“ betrieben werden. Die Gruppe wollte sich demnach auch für Einsätze in anderen Regionen zur Verfügung stellen.

Die beiden Männer wurden in München und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald festgenommen. Außerdem wurden die Wohnungen der Männer in München und im Kreis Calw durchsucht. Die Männer sitzen seit Mittwochabend in Untersuchungshaft.

Der Spiegel berichtet, der Bundeswehrgeheimdienst MAD hätte die Ermittler auf die Spur der Männer gebracht. Wie es aussieht, habe sich einer der Männer, die die beiden anwerben wollten, an den Militärischen Abschirmdienst gewandt und erzählt, dass die ehemaligen Bundeswehr-Soldaten am Aufbau einer Söldner-Truppe für Saudi-Arabien arbeiten.

Was ist über die Köpfe der Söldner-Truppe bekannt?

Der Spiegel schreibt, dass die beiden Männer bei den Fallschirmjägern waren. Nach ihrer aktiven Zeit seien sie für die umstrittene Sicherheitsfirma Asgaars aktiv gewesen. Einer der Männer sei eine Zeitlang der Geschäftsführer gewesen.

Die Firma stehe laut Spiegel schon seit Jahren unter Beobachtung der Behörden, weil sie aktiv um frühere Angehörige von Spezialeinheiten der Bundeswehr und der Polizei werbe. Asgaard geriet auch schon in die Schlagzeilen, weil einige Mitarbeiter wohl zur extrem rechten Szene gehören sollen.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 28. November, 23:01 Uhr - SWR3 Nachrichten

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