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Medien- und internetsüchtig – das trifft einer Studie zufolge auf immer mehr junge Menschen zu. Das Mediennutzungsverhalten sei demnach bei einem Drittel der 12- bis 17-Jährigen problematisch. Deswegen äußert sich dazu sogar die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Mediennutzung junger Menschen sind immer mehr Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren mediensüchtig. Die Studie liegt dem SWR-Hauptstadtstudio vor. Befragt wurden insgesamt 7.000 Menschen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren.

Handy, Laptop & Co: Problematisches Mediennutzungsverhalten

Aktuell sei das Mediennutzungsverhalten bei fast einem Drittel (30,4 Prozent) der Jugendlichen problematisch – sie könnten etwa nicht ohne Handy oder Laptop auskommen. Im Vergleich zu vor fünf Jahren ist das ein deutlicher Anstieg: Damals war nur jeder fünfte Jugendliche (21,7 Prozent) mediensüchtig.

Spiele- und Internetsüchtig

Der BZgA-Studie zufolge sind viele Jugendliche nicht nur mediensüchtig. Viele hätten demnach auch eine sogenannte internet- oder computerspielbezogene Störung. Im Jahr 2015 waren 5,7 Prozent der Jugendlichen süchtig nach Computerspielen oder ständig im Internet unterwegs. Im Jahr 2019 stieg die Zahl der betroffenen jungen Menschen laut Studie auf 7,6 Prozent.

Auch junge Erwachsene sind medien- und internetsüchtig

Der Erhebung der BZgA-Studie zufolge ist das Mediennutzungsverhalten nicht nur bei vielen Jugendlichen problematisch. Auch auf junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren treffe das zu: 23 Prozent seien demnach medien- und internetsüchtig.

Medien sind „Droge der Zukunft“

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), sagte dem SWR, dass die Medien- und Internetsucht die Droge der Zukunft sei. Es sei wichtig, dass junge Menschen wissen müssen, wann sie auch mal offline sein sollten. Mit einer Kampagne wolle sie sich dem Problem annehmen.

Corona-Krise nicht miteingerechnet

Die Zahlen der BZgA-Studie stammen aus einer Erhebung im Jahr 2019. Damit ist die Zeit während der Corona-Pandemie, in der immer mehr Jugendliche unter anderem wegen „Homeschooling“ besser mit Medien ausgestattet sind, nicht mit einbezogen worden. In Zeiten von Kontaktbeschränkungen wäre es aber nicht überraschend, wenn die Mediennutzung von Jugendlichen weiter zunahm.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 21. Oktober, 06:31 Uhr - SWR3 Nachrichten

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