STAND
AUTOR/IN

Die Auswirkungen des technischen Fortschritts haben immer mehr Einfluss auf die Automobilbranche. Das hat Daimler-Chef Dieter Zetsche am Montagabend auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona deutlich gemacht. Mit einer Aussage hat er für viel Verunsicherung gesorgt.

Wer Unternehmenschefs zu den Aufgaben für die Zukunft befragt, bekommt normalerweise Antworten wie "Wir sind bestens vorbereitet" oder "Mit diesen Maßnahmen wappnen wir uns für die Zukunft". Daimler-Chef Dieter Zetsche hat eine überraschend ehrliche Antwort gegeben, die so manchem Daimler-Mitarbeiter Sorgen bereiten dürfte.

Auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona sagte Zetsche nämlich folgenden Satz:

Es ist kein Naturgesetz, dass Daimler ewig besteht.

Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender von Daimler

Was ist passiert?

In Barcelona ist zur Zeit die Mobilfunkmesse MWC. Auf der Messe werden die neuesten Trends und Geräte der Mobilfunkhersteller präsentiert. Dieses Jahr stellen Hersteller zum beispiel erste Geräte für die nächste Mobilfunkgeneration 5G vor. Damit soll alles schneller und noch mobiler werden.

Unter den Gästen tummeln sich auch Chefs der Automobilbranche, denn auch für die Zukunft der Autos ist überall verfügbares, schnelles Internet und der technische Fortschritt ein wichtiger Aspekt. Auch Daimler-Chef Zetsche war da und sprach über den technischen Fortschritt.

Er forderte die Automobilbranche insgesamt auf, sich den Auswirkungen des technischen Wandels zu stellen. Dann sagte er den Satz, der für so viel Verwirrung gesorgt hat.

Wird es Daimler jetzt bald nicht mehr geben?

Dieses Zitat muss im Kontext gesehen werden. Denn Zetsche sagte weiter, dass Daimler sich verändern müsse, weil Konnektivität, autonomes Fahren und der Vormarsch der E-Mobilität sowie die zunehmenden Plattformen für Auto-Sharing die Branche verändern würden.

Er wollte also sicherlich nicht sagen, dass es Daimler in ein paar Jahren nicht mehr gibt. Aber der Konzern wird sich verändern müssen, um am Markt weiterhin bestehen zu können: „Wenn wir weiterhin nur das tun, was wir so gut gemacht haben, sind wir erledigt“, sagte er. Außerdem wies Zetsche darauf hin, dass die Grenzen von Konkurrenten und Partner verschwimme und dass die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen immer wichtiger werden würde.

Automobilexperte Stefan Bratzel sagte im SWR, er sei sicher, dass es Daimler in zehn Jahren noch gebe, das Unternehmen dann aber anders aussehe. Grund zur Beunruhigung gibt es demnach wohl erst einmal nicht.

STAND
AUTOR/IN
  1. Kurz vor TV-Live-Schalte zusammengebrochen Bundestagsvize Oppermann stirbt völlig überraschend

    Oppermanns Tod kam offenbar ohne Vorwarnung: Bei Aufnahmen mit dem ZDF brach er plötzlich zusammen. Berliner Politiker trauern um einen „wirklich feinen Kerl“.  mehr...

  2. Ticker zum Coronavirus Altmaier erwartet Ende der Woche 20.000 Neuinfektionen

    Das Coronavirus hat die Welt weiterhin im Griff. Viele Einschränkungen wurden seit dem Lockdown im Frühjahr gelockert. Inzwischen gehen die Infektionszahlen jedoch wieder nach oben. Alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.  mehr...

  3. Husten, schnupfen, Covid? Corona, Grippe oder Erkältung – Symptome und Unterschiede

    Mit einem Schnupfen auf die Arbeit? Im Herbst fast normal. Denn jetzt beginnt die Grippe- und Erkältungssaison. Dann beginnt das Husten – ist es also doch Covid-19? Hier erfährst du, wie sich die Krankheiten unterscheiden und was du tun kannst.  mehr...

  4. Tödliches Drama in Kehl Mann „in Ausnahmezustand“ droht mit Messer und stirbt durch Polizeikugel

    Die Tragödie begann am Sonntagmorgen gegen 10:00 Uhr und endete am späten Nachmittag – mit dem Tod eines 53-Jährigen.  mehr...

  5. Kultur in Corona-Zeiten Das gab es noch nie: Warum „Die Ärzte“ die Tagesthemen eröffnen durften

    Die Punkband Die Ärzte hat am Freitagabend die ARD-Tagesthemen eröffnet. Mit dem Auftritt wollten sie daran erinnern, dass man in der Corona-Krise die Kulturbranche nicht vergessen sollte.  mehr...

  6. Polizei überfordert? CDU will Corona-Hilfssheriffs mit Dienstwaffe in BW kontrollieren lassen

    Hilfs-Sheriffs in Baden-Württemberg? Um die Corona-Regeln stärker zu kontrollieren, will die CDU den sogenannten Freiwilligen Polizeidienst einsetzen. Sie sollen unter anderem Masken-Muffel überzeugen.  mehr...