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Nach mehr als einem Jahr Pause haben am 2. Juli 2021 die ersten Clubs in Baden-Württemberg geöffnet. Noch ist es nur ein Modellprojekt – anders sieht das in Rheinland-Pfalz aus.

Am Freitagabend, dem 2. Juli 2021, ging es los: In Ravensburg durfte in zwei Clubs wieder gefeiert werden – ohne Maske und ohne Abstand. Insgesamt durften 700 Menschen kommen. Alle Tickets waren schon vorab ausverkauft.

Doch zunächst fing die Party eher verhalten an. Die Besucher versammelten sich in einem der Clubs erst einmal an den Stehtischen im Außenbereich.

Man weiß gar nicht, wie man sich da am besten verhalten soll – nach eineinhalb Jahren.

Doch das änderte sich schnell. Gegen 23 Uhr füllte sich dann auch die Tanzfläche.

Lange Schlangen vor einem Club in Ravensburg (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Lange Schlangen: Die insgesamt 700 Karten waren schnell ausverkauft. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Besucher, die einen digitalen Coronatest mit negativem Ergebnis vorzeigen, dürfen die Kontrolle am Eingang passieren. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Dutzende Menschen tanzen im Club in Ravensburg. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen

Club-Öffnung wird wissenschaftlich ausgewertet

Die Club-Öffnung in Ravensburg ist Teil eines Modellprojekts in Baden-Württemberg und wird von der Hochschule Ravensburg-Weingarten wissenschaftlich begleitet. Unter anderem wird die Verbreitung von Aerosolen beim Feiern untersucht.

Die Ergebnisse könnten nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums Grundlage für weitere Erleichterungen in der Clubszene sein – „sofern die Ergebnisse vielversprechend und weitere Öffnungen verantwortbar sind“.

Das Projekt läuft nach Angaben der Stadtverwaltung bis zum 24. Juli. Die Gäste müssen sich jeweils vor und nach der Party-Nacht testen lassen.

So dürfen Clubs in BW und RLP wieder öffnen

In Baden-Württemberg dürfen Clubs und Diskotheken auch unabhängig von Modellprojekten wieder öffnen. Es gilt: Der Inzidenzwert darf nicht über zehn liegen. Außerdem gelten Auflagen wie Mindestabstand und Maskenpflicht. Die Besucher müssen auch geimpft, genesen oder getestet sein. In Baden-Württemberg müssen die Betreiber der Clubs und Discos außerdem dafür sorgen, dass regelmäßig und ausreichend gelüftet wird.

Auch in Rheinland-Pfalz ist feiern in Clubs wieder erlaubt. Es gilt eine maximale Teilnehmerzahl von 350. Außerdem muss es „gute Lüftungsanlagen“ geben, sowie die 3-G-Regel eingehalten werden. Der Mindestabstand muss eingehalten werden – die Maskenpflicht entfällt, sobald die Gäste an ihrem Steh- beziehungsweise Sitzplatz sind.

Viele Clubs in Rheinland-Pfalz bleiben geschlossen

Trotzdem bleiben viele Clubs weiter geschlossen. Der Grund: Weil in Rheinland-Pfalz pro fünf Quadratmeter nur eine Person zugelassen ist, sehen viele Clubbesitzer keine Möglichkeit. In Baden-Württemberg sind darf sogar nur ein Besucher pro zehn Quadratmeter in den Club.

Wenn ich jetzt aufmache und noch mehr Geld ausgebe, als ich es sowieso schon tue, dann kann ich bald gar nicht mehr aufmachen.

An einem ganz normalen Abend haben wir 400 bis 500 Personen auf einer Party“, sagte Prestenbach im SWR. Nach der Verordnung darf er aktuell aber nur 30 Gäste reinlassen. „Das ist nicht wirtschaftlich“, so Prestenbach.

Clubs und Diskotheken befürchten Image-Schaden

Zusammen mit Kollegen hat Prestenbach einen öffentlichen Brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) geschrieben. Neben der Personenbeschränkung kritisieren die Clubbetreiber darin auch die Kommunikation vonseiten des Landes: „Unsere Gäste verstehen nicht, warum wir immer noch nicht aufmachen, obwohl wir es jetzt doch dürften.“ Dadurch würde ein Image-Schaden entstehen.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 28. Juli, 02:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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